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Christodoulos AD et al.  
Neue Aspekte des Krafttrainings in der kardialen Rehabilitation

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2003; 10 (5): 207-213

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Keywords: KardiologieKrafttrainingRehabilitation

Bis vor einiger Zeit wurde die Anwendung von Kraft in den Trainingsprogrammen von Herzpatienten kritisch gesehen und abgelehnt. Grund hierfür waren vor allem Ergebnisse aus frühen Studien, die während isometrischer Haltearbeit unerwünschte hämo- dynamische Herz-Kreislauf-Reaktionen feststellten. Neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge stellt die Verbesserung der Muskelkraft bei Herzpatienten eines der wichtigsten Ziele der Sekundärprävention dar. Dadurch werden zahlreiche gesundheitliche Vorteile erreicht, alltägliche Aktivitäten besser bewältigt und orthopädische Beschwerden gezielt reduziert. Insbesondere das Kraftausdauertraining in Zirkelform mit dynamisch-isotonen Muskelkontraktionen hat sich in den letzten Jahren als sichere und wirkungsvolle Trainingsform für gut belastbare Koronarpatienten bewährt. Durch ein gezieltes und individuell dosiertes Kräftigungsprogramm können muskuläre Kraft und Ausdauer, Herz-Kreislauf-Funktion, kardiovaskuläre Risikofaktoren, anthropometrische Größen sowie psychische Faktoren günstig beeinflußt werden. Gemäß aktuellen Empfehlungen werden für die ambulante Herztherapie 1-3 Durchgänge von 8 bis 12 Stationen und einer Gesamtdauer von 20-45 Minuten vorgeschlagen. Das Training sollte 2-3mal wöchentlich an 2 bzw. 3 nicht aufeinanderfolgenden Tagen in Abwechslung mit dem Ausdauerprogramm stattfinden. Die Belastungsintensität sollte nach Möglichkeit zwischen 40 und 60 % der Maximalkraft (MK) liegen (12-20 Wdh.), wobei zwischen den einzelnen Übungen Pausen von 30-60 Sek. einzulegen sind. Die Belastungsnormativa dürfen je nach Leistungsfähigkeit der Patienten (linksventrikuläre Funktion, kardiale Komorbidität sowie systemische bzw. orthopädische Beeinträchtigungen) leicht variieren. Obgleich die Sicherheit eines Krafttrainingsprogramms bei ausgewählten Koronarpatienten bestätigt ist, bedürfen Risiken und Langzeiteffekte von Kraftbelastungen auf spezielle Herzgruppen, wie z. B. Patienten mit schwer eingeschränkter linksventrikulärer Funktion, ältere Koronarkranke und Frauen mit koronarer Herzkrankheit, noch weiterer Untersuchungen.
 
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