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Schauerte P, Scherlag BJ  
Intravaskuläre Stimulation parasympathischer Herznerven: ein neues Konzept zur Kontrolle von Sinustachykardien in der Intensivmedizin?

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2000; 7 (5): 187-190

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Keywords: IntensivmedizinKardiologieSinustachykardie

Unerwünschte Sinustachykardien stellen vor allem bei Patienten mit eingeschränkter ventrikulärer Pumpfunktion und/oder arterieller Hypotonie in der Intensivmedizin eine therapeutische Herausforderung dar. Medikamente, wie z. B. Kalziumkanal-Antagonisten oder Beta-Rezeptoren-Blocker, die effektiv die Sinusknotenfrequenz verlangsamen, führen häufig zu einer arteriellen Hypotonie und/oder besitzen beträchtliche negativ inotrope Wirkungen. Die vorliegende Studie beschreibt ein neues therapeutisches Verfahren der intravaskulären, elektrischen Parasympathikusstimulation in der oberen Hohlvene, mit der die Sinusknotenfrequenz gesenkt werden kann, ohne daß es zu signifikanten negativ inotropen Nebeneffekten oder einer arteriellen Hypotonie kommt. Bei 20 Hunden wurden parasympathische Herznerven, die den Sinusknoten innervieren, hochfrequent (20 Hz, Impulsdauer 0,05 ms) in der oberen Hohlvene elektrisch während Sinusrhythmus stimuliert. Hierzu wurde ein neu entworfener, entfaltbarer Elektrodenkorb verwendet, der ohne Durchleuchtung in der oberen Hohlvene innerhalb von 3-5 Minuten plaziert werden konnte. Mit steigender Stimulationsspannung kam es zu einer zunehmenden Verlangsamung der Sinusknotenfrequenz bis zum Sinusknotenstillstand. Der Effekt setzte unmittelbar mit Beginn der Stimulation ein und sistierte sofort nach Ende der elektrischen Stimulation. Ein negativ chronotroper Effekt konnte auch während einer durch Katecholamininfusion ausgelösten Sinustachykardie erzielt werden. Durch Wahl unterschiedlicher Elektrodenkatheter konnte die benötigte Stimulationsspannung weiter gesenkt werden. Sollten sich diese Ergebnisse bei Patienten bestätigen, ist eine Anwendung der transvenösen, parasympathischen Stimulation zur akuten Behandlung von Sinustachykardien bei Herzinsuffizienz-Patienten oder Patienten mit akuten ischämischen Syndromen denkbar. Darüber hinaus könnte die transvaskuläre, parasympathische Stimulation zur Behandlung von unerwünschten Sinustachykardien während einer Katecholamintherapie bei Patienten mit einem kardiogenen oder septischen Schock oder einer akuten Herzinsuffizienz eingesetzt werden.
 
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