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Dogan S et al.  
Möglichkeiten der endoskopischen Herzchirurgie unter Verwendung des da VinciTM-Operationsroboters

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2000; 7 (6): 242-245

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Keywords: Chirurgieda VinciKardiologieOperationsroboterRoboterchirurgie

Mit der Einführung des da VinciTM-Operationsroboters steht ein neues Werkzeug zur Verfügung, welches das Spektrum der minimalinvasiven Operationstechniken erweitert und totalendoskopische Operationen am Herzen ermöglicht. Seit Juni 1999 wurden an unserer Klinik 30 roboterunterstützte Eingriffe am Herzen durchgeführt. Das Spektrum der durchgeführten Operationen umfaßt totalendoskopische Bypassoperationen (TECAB) mit links- oder rechtsseitigem A. mammaria-Bypass (LIMA oder RIMA) zum R. interventricularis anterior (RIVA) oder zur rechten Kranzarterie (RCA), aber auch Zweifachbypasseingriffe als sequentieller Mammariabypass zum RIVA und zum R. diagonalis. Sogar bilaterale A. mammaria-Versorgung des RIVA und der RCA ist mit computerunterstützter Telemanipulation erfolgreich realisiert worden. Des weiteren ist bei drei Patienten ein Atrium-Septum-Defekt in totalendoskopischer Technik sowohl mit Direktnaht als auch mit Patchverschluß korrigiert worden. Die durchschnittliche Operationszeit der 13 "closed chest"-Bypasspatienten betrug 354 ± 10 Minuten, die extrakorporale Zirkulationszeit 167 ± 11 Minuten und die Aortenklemmzeit 65 ± 7 Minuten. Außer drei Patienten hatten alle einen unkomplizierten postoperativen Verlauf und wurden in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen. Bei zwei Patienten nach TECAB war eine Rethorakotomie wegen Blutung bzw. Perikardtamponade erforderlich. Eine Patientin wurde reanimationspflichtig als Folge einer vasoplegiebedingten Hypovolämie. Alle TECAB-Patienten wurden vor Entlassung aus dem Krankenhaus nachangiographiert und zeigten exzellente angiographische Ergebnisse. Wir haben gezeigt, daß computerunterstützte totalendoskopische Einfach- und Zweifachbypassoperationen sowie ASD-Verschlüsse mit dem da VinciTM-Telemanipulationssystem durchführbar sind. Obwohl eine gewisse Lernphase erforderlich ist, sind die initialen klinischen und funktionellen Ergebnisse gut. Die computerunterstützte endoskopische Operationstechnik sowie die Port Access-Kanülierung sind jedoch sehr komplex. Dadurch und durch das schwierigere anästhesiologische Management sind die Eingriffe anspruchsvoll und die Eingriffszeiten gegenüber konventionellen Methoden deutlich verlängert. Alle postulierten Vorteile der roboterunterstützten Technik müssen abgesehen von dem offensichtlichen kosmetischen Aspekt durch weitere Studien näher untersucht werden.
 
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