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Laederach-Hofmann K et al.  
Der Einfluß der Herztransplantation auf die Partnerschaft als Faktor der Lebensqualität

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2000; 7 (9): 352-359

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Keywords: HerztransplantationKardiologiePsychologie

Eine terminale Herzkrankheit mit all ihren somatischen und psychosozialen Konsequenzen und deren Einflüssen auf die Lebensqualität belastet den Patienten und ebenso sein Umfeld, vorab seinen Partner. Das soziale Netz ist einer der wichtigsten Faktoren, der zu psychischer Stabilität beiträgt. Es hilft, Gefühle von Hilflosigkeit, Depression und Unsicherheit besser zu ertragen, vermindert die Ängstlichkeit und verbessert die Lebensqualität. Ziel dieser prospektiven Untersuchung war es, Angaben über den Einfluß einer Herztransplantation auf die Partnerschaftsbeziehung zu erhalten. Methoden: Von 26 Paaren wurden mittels der Familienbögen (FAM III), die 7 interaktionelle Dimensionen erfassen, Daten zu drei Zeitpunkten gesammelt: 1) wenn der Patient auf die Warteliste gesetzt wurde, 2) 1 Jahr und 3) 5 Jahre nach Transplantation. Zusätzlich wurde die Lebensqualität mit einem Globalmaß erfragt. Resultate: Im Verlauf einer Herztransplantation berichten beide, Patient und Partner, von einer generellen Verschlechterung der Partnerschaftsbeziehung. Ein Jahr nach Herztransplantation verschlechtert sich für die Patienten die Partnerschaftsbeziehung signifikant (Summenwert, p = 0,034). Dabei ist der wichtige Punkt die Verschlechterung der Emotionalität (p = 0,009), die einen Mangel an affektiver Kommunikation und eine Verschlechterung emotionaler Bedürfnisbefriedigung anzeigt. Fünf Jahre nach Herztransplantation ist der Summenwert unverändert, lediglich die Emotionalität hat sich geringradig verbessert (p = 0,032 im Vergleich zu 1 Jahr nach Herztransplantation). Ähnlich wie die Patienten geben auch deren Partner eine Verschlechterung im Summenwert des FAM III an (p = 0,0006). Allerdings fühlen sich die Partner noch in weiteren 4 von 7 Dimensionen beeinträchtigt, nämlich im Rollenhaushalt (p = 0,014), in der Kommunikation (p = 0,017), in der affektiven Beziehung (p = 0,020) und in den Werten und Normen (p = 0,021). Jedoch bleibt der für die Patienten wichtige Punkt der Emotionalität bei Partnern über die ganze Zeit hin unverändert. All diese Verschlechterungen lassen sich bei den Partnern auch noch 5 Jahre nach Herztransplantation nachweisen. Schlußfolgerungen: Die Herztransplantation führt zu einer wesentlichen Belastung und beeinträchtigter Lebensqualität der Partnerschaftsbeziehung nach 1 bzw. 5 Jahren nach der Operation. Deshalb sollte der ganze Bereich der Partnerschaftsbeziehung in Zukunft im Sinne eines umfassenden Betreuungsansatzes von Patienten nach Herztransplantation und deren Partner beachtet werden.
 
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