Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Genazzani AR et al.  
Auswirkungen der HRT auf die geistige Leistungsfähigkeit und die Stimmungslage

Journal für Menopause 2000; 7 (Sonderheft 3) (Ausgabe für Deutschland): 9-11

Volltext (PDF)    Summary   




Keywords: AndrogeneBakteriologieDHEASEndokrinologieGestagenKognitionMenopauseStimmungÖstrogen

Sexualhormone und ihre Wirkungen sind entscheidend wichtige Determinanten für Stimmungsschwankungen, das Eßverhalten, Störungen der Libido und Beeinträchtigungen der intellektuellen Leistungsfähigkeit in der Postmenopause. Experimentelle und klinische Studien ergaben, daß Östrogene nicht nur die vasomotorische Instabilität in der Menopause bessern, sondern auch günstige Wirkungen auf psychische Veränderungen, wie z. B. Depression, Veränderungen des sexuellen und affektiven Verhaltens und das Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit, haben. In vielen Studien wurde bei postmenopausalen Frauen, die unter depressiver Verstimmung litten, bei Behandlung mit konjugierten Östrogenen eine signifikante Besserung der Stimmungslage festgestellt. Östrogen moduliert die noradrenergen und dopaminergen Systeme, die bei Mensch und Tier das Bewegungs- und Verhaltensmuster regeln. Östrogene sind außerdem auch serotoninerge Agonisten, d. h., sie verstärken die Serotoninsynthese und die Konzentration des wichtigsten Serotoninmetaboliten, 5-Hydroxyindolessigsäure. Zusammen mit Östrogenen werden unterschiedliche Gestagenverbindungen eingesetzt. Progesteron und andere Gestagene können die Östrogenwirkungen im Gehirn antagonisieren. Im Gegensatz zur psychodynamisierenden Wirkung von Östrogenen, wirken Gestagene im ZNS offenbar beruhigend und angstlösend. Diese Effekte sind wahrscheinlich verursacht durch aktive Metaboliten, wie z. B. die Neurosteroide Pregnanolon oder Allopregnanolon, die peripher oder zentral aus Gestagen und Cholesterin gebildet werden. Androgene spielen eine zentrale Rolle in der Sexualität und der Libido der Frau. Ihre Verminderung trägt zum Nachlassen des sexuellen Interesses bei, das viele Frauen in der Menopause erleben. Durch Dehydroepiandrosteron (DHEA) bzw. mit seinem Sulfatester (DHEAS) könnten Androgene bei älteren Frauen substituiert werden. Nach einer DHEA-Substitution wurde eine bemerkenswerte Besserung der physischen und psychischen Befindlichkeit beobachtet. Die Verabreichung von 50 mg DHEAS/Tag bessert bei Frauen in der Postmenopause die typischen Beschwerden.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung