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Lindemayr A et al.  
Ernährungszustand bei stationär aufgenommenen Kindern und Jugendlichen

Journal für Ernährungsmedizin 2000; 2 (1) (Ausgabe für Österreich): 7-11

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Keywords: ErnährungsmedizinErnährungszustandHospitalisationKindKrankenhausPCMProtein-Calorie-Malnutrition

Um der Frage nachzugehen, ob an einer großen Universitätskinderklinik Formen der Mangelernährung vorkommen, wurde von Juli bis November 1999 an einer großen Station an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Wien eine Analyse des Ernährungszustandes (ohne Intervention) durchgeführt. Ziel des Projektes war eine objektive Erhebung des Ernährungszustandes von hospitalisierten Kindern und Jugendlichen einer großen Kinderklinik. Im Zeitraum vom Juli bis November 1999 wurden im Rahmen der Aufnahme an die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien 61 pädiatrische Patienten, 21 Mädchen und 40 Knaben, erfaßt. Die Einteilung der Patienten erfolgte in 4 Altersgruppen: Gruppe 1 (0-2 Jahre, n = 23), 8 Mädchen und 15 Knaben, mittleres Alter 7,6 Monate ± 7,2; Gruppe 2 (2-6 Jahre, n = 14), 4 Mädchen und 10 Knaben (4,1 Jahre ± 1,3); Gruppe 3 (6-10 Jahre, n = 15), 4 Mädchen und 11 Knaben (7,5 Jahre ± 1,1); und Gruppe 4 (10-18 Jahre, n = 9), 5 Mädchen und 4 Knaben (15 Jahre ± 2,2). 48 von diesen wiesen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, 13 verschiedene Formen der Epilepsie, respiratorische Infekte und anderes auf. Die Messung des Körpergewichtes erfolgte an den Tagen der Aufnahme und Entlassung; Routinelaborparametern wurden aufgenommen. Auf die Erfassung spezieller Labordaten zu klinisch-chemischer Klassifikation einer möglichen Mangelernährung wurde bewußt im Sinne einer Störung der Objektivität (Intervention!) verzichtet. Die Erhebung einer möglichen Protein-Mangelernährung erfolgte mit Hilfe der Waterlow-Kriterien (weight for height) für akute Protein-Calorie-Malnutrition (PCM). In der Gruppe 1 (n = 23) konnte über einem Zeitraum von 16 Tagen ± 11 eine Gewichtszunahme im Schnitt von 107 g ± 265 während des stationären Aufenthaltes beobachtet werden. In den Gruppen 2 bis 4 konnte eine Tendenz zu einer mit dem Alter zunehmenden Gewichtsabnahme während des Krankenhausaufenthaltes dokumentiert werden; Gruppe 2: 0,1 kg ± 0,4 in 7 Tagen ± 3; Gruppe 3: 0,8 kg ± 1,1 in 17 Tagen ± 7; und Gruppe 4: 0,8 kg ± 1,1 in 18 Tagen ± 12. In der Gruppe 1 (n = 22) wurde die größte Prävalenz der akuten PCM mit 59 % bereits bei der Aufnahme (36 % mild, 23 % moderat) dokumentiert; Gruppe 2 (n = 13) mit 53 % (38 % Grad 1, 15 % Grad 2); Gruppe 3 (n = 12); mit 50 % (33 % mild, 17 % moderat); und Gruppe 4 (n = 9) mit 44 %. Die Gesamtprävalenz der PCM ist von initial 54 % auf 58 % am Tag der Entlassung gestiegen. Als Konsequenz und Schlußfolgerung der dokumentierten Gewichtsabnahme bzw. Zunahme der Prävalenz der PCM während des Krankenhausaufenthaltes ist vehement zu fordern, daß dem Ernährungsmanagement während eines Spitalsaufenthaltes größeres Augenmerk zu widmen ist, um nicht unerhebliche Proteinverluste, die ohne Zweifel ein Morbiditätsrisiko darstellen, zu vermeiden.
 
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