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Holler C  
Geschichte der Ernährungstherapie des Diabetes mellitus

Journal für Ernährungsmedizin 2000; 2 (3) (Ausgabe für Österreich): 22-26

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Keywords: Diabetes mellitusErnährungsmedizinErnährungstherapie

Die Entlastung des diabetischen Stoffwechsels durch diätetische Maßnahmen gehört zu den klassischen Prinzipien der Diabetesbehandlung. Die ersten schriftlichen Hinweise über ernährungstherapeutische Maßnahmen gegen einen "vermehrten Harnfluß" fanden sich in dem 3550 Jahre alten Papyrus Ebers. Vor allem im Mittleren Osten, China und Indien finden sich zahlreiche Hinweise darauf, daß die klinischen Symptome des Diabetes erkannt wurden, und durch Änderungen der Ernährung gemildert werden konnten. Aretaios von Kappadokien (80-130 n. Chr.) vermutete, Diabetes sei eine Erkrankung des Magens, die er mit Milchkuren, Wein und Abführmitteln behandelte. Die traditionellen Lehren von Galen (129-199 n. Chr.) und Avicenna (980-1037), die eine Nieren- oder Lebererkrankung als ursächlich annahmen, bildeten bis in das 16. Jahrhundert die Basis der medizinischen Forschung. Paracelsus vermutete als erster eine andere Zusammensetzung des Blutes als Ursache des Diabetes. Erst die Wiederentdeckung des süßen Geschmacks des Urins von Diabetikern durch Willis im 17. Jahrhundert, vor allem aber die erste kontrollierte Diätstudie von Rollo im Jahre 1796 bewirkten eine konstante Weiterentwicklung der Ernährungstherapie des Diabetes auf der Basis des Fortschritts in der Biochemie, Physiologie, Ernährung und klinischer Erfahrung. Während der letzten beiden Jahrhunderte fanden sich betreffend der Höhe der Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißzufuhr sowohl Befürworter für restriktive Einschränkungen, als auch für liberale Freigabe. Nach der Einführung des Insulins verloren all diese Kostformen an Bedeutung. Geblieben ist die Einsicht, daß streng kohlenhydratarme Diäten nicht erforderlich sind und relativ kohlenhydratreiche Kostformen gut toleriert werden.
 
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