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Iberer F et al.  
CHARM (Computerized Heart Allograft Recipient Monitoring) - Nichtinvasives Monitoring nach Herztransplantation: eine österreichische Entwicklung

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 1999; 6 (10-11): 553-557

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Keywords: CHARMHerztransplantationKardiologienichtinvasives Monitoring

Computerized Heart Allograft Recipient Monitoring (CHARM) basiert auf der Analyse von schrittmacherinduzierten intramyokardialen Elektrokardiogrammen und wird seit fast 10 Jahren an der klinischen Abteilung für Transplantationschirurgie Graz in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz entwickelt. Die derzeitige Konfiguration des klinisch angewendeten Systems, die Einflüsse auf das aufgezeichnete Signal und die zur Diagnose von Abstoßung und Infektion verwendeten Parameter werden in dieser Übersicht beschrieben. Einminütige Sequenzen werden mittels eines Notebooks telemetrisch über den Schrittmacher aufgezeichnet und über einen Internetanschluß an eine zentrale Workstation gesendet. Es werden ektope, spontane und Fusionsschläge herausgefiltert, die Aufzeichnung wird gemittelt und analysiert. Ergebnisse werden als Trendkurven binnen weniger Minuten ausgedruckt. Zahlreiche Faktoren beeinflussen intrakardiale Elektrogramme: das Muster der myokardialen Depolarisation, Abstoßung, Infektion, Therapie, Tageszeit, die Geometrie und der Füllungszustand der Ventrikel, der Elektrolyt- und Wasserhaushalt, Herzschlagvariationen, die Ableitung (unipolar, bipolar) der Signale und die Bandbreite der Signalübertragung. Abstoßung, Infektion und Hämodynamik wirken sich in verschiedener Weise auf die definierten Parameter aus. Die Korrelation der Biopsieergebnisse Grad 2 und höher (ISHLT-Klassifikation) mit den Ergebnissen der Analyse der intramyokardialen Elektrokardiogramme ist hochsignifikant (negativ prädiktiver Wert für Abstoßung Grad 2 oder höher 98%). Bereits Tage vor der histologischen Verifizierung einer Abstoßung ist eine entsprechende Veränderung des Signals nachzuweisen, die Wirkung einer Abstoßungstherapie kann binnen 48 Stunden nachgewiesen werden. Mit dieser nichtinvasiven Abstoßungsdiagnostik ist eine Reduzierung der Zahl der Endomyokardbiopsien zu erreichen. Durch eine engmaschige Kontrolle erzielt man ein kontinuierliches Bild über den immunologischen Status des Patienten. Änderungen in der Therapie (Steroidentzug, Abstoßungstherapie, Wechsel der Medikamente) können überwacht werden. CHARM-Monitoring stellt einen Schritt zur individuell gesteuerten Therapie dar.
 
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