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Mair J  
Leistungsfähigkeit der Troponinbestimmung in der kardialen Diagnostik

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 1999; 6 (9): 463-474

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Keywords: DiagnostikKardiologieTroponin

Die Entwicklung von kommerziell erhältlichen Tests zum Nachweis der kardialen Troponine I (TnI) und T (TnT) war die wichtigste Neuerung in der Labordiagnostik kardiovaskulärer Erkrankungen der letzten Jahre und ein entscheidender Durchbruch in der Routinediagnostik. Die Troponinbestimmung ist der neue "goldene Standard" und sollte daher von jedem Kliniklabor angeboten werden. Wegen ihrer überlegenen Spezifität sind die Troponine die Labormarker der Wahl bei allen Fragestellungen einer Myokardschädigung bei tatsächlicher oder möglicherweise vorhandener gleichzeitiger Skelettmuskelschädigung, z. B. perioperativer Myokardinfarkt, Infarktdiagnostik nach Wiederbelebung. Aufgrund ihrer hohen Sensitivität eröffnen Troponine neue Perspektiven in der kardialen Labordiagnostik. Beispielsweise finden sich bei ca. 30 % der Patienten mit Angina pectoris-Symptomatik in Ruhe nachweisbare Troponinkonzentrationen im periphervenösen Blut, ohne daß erhöhte Werte der Creatinkinase (CK) oder ihres Isoenzyms MB (CKMB) gefunden werden. TnI und TnT sind vom EKG-Befund unabhängige Risikoindikatoren sowohl für die Kurz- als auch Langzeitprognose bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom. Im Vergleich zu konkurrierenden Diagnoseverfahren, die ähnliche diagnostische und prognostische Aussagen erlauben, ist die Troponinbestimmung kostengünstig und leicht zu interpretieren. Retrospektive Troponinbestimmungen in Blutproben von Therapiestudien legen nahe, daß in Zukunft Patienten mit akutem Koronarsyndrom in Abhängigkeit von ihrem Troponinwert unterschiedlich therapiert werden dürften. Zur Steigerung der Kosteneffizienz ist es notwendig, alte Parameter (CKMB, Laktatdehydrogenase, Aspartat-Aminotransferase) nach Einführung der Troponinbestimmung aus dem Routineanforderungsprofil zur kardialen Labordiagnostik zu streichen.
 
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