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Lercher P et al.  
Testosteron bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit - ein angiograpisches Langzeit-Follow-up

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 1999; 6 (9): 483-487

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Keywords: AngiographieEndokrinologieKardiologieKHKKoronare HerzkrankheitTestosteron

Es gibt Hinweise, daß Testosteron in direktem Zusammenhang mit der Entstehung und Progression der koronaren Herzkrankheit (KHK) steht, wobei vor allem die Beeinflussung des Lipidmetabolismus dafür verantwortlich zu sein scheint. Mit dieser Studie soll die Frage geklärt werden, ob zwischen Testosteron, der Progression der KHK und dem Lipidstoffwechsel ein Zusammenhang besteht. 25 männliche Patienten mit bekannter KHK wurden retrospektiv in einem 6-Jahres-Follow-up untersucht. Koronarangiographien wurden initial und nach 75 Monaten (Spanne 70 bis 82) durchgeführt. Die Patienten wurden je nach Ausmaß der Koronararterienprogression drei Gruppen zugeordnet (Gruppe I = geringgradige, Gruppe II = moderate und Gruppe III = schwere Progression). Patienten mit schwerer KHK-Progression zeigten einen signifikant niedrigeren Testosteronspiegel (p = 0,015). Der Plasmatestosteronspiegel korrelierte negativ mit der Arterioskleroseprogression (r = -0,56; p = 0,004). Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Testosteron und den Lipidparametern konnte in unserem Patientenkollektiv nicht gezeigt werden, obwohl tendenziell höhere Werte von HDL Cholesterin und Apolipoprotein A1 bei Patienten mit höherem Plasmatestosteronspiegel vorlagen. Unsere Daten weisen auf einen direkten Zusammenhang zwischen Testosteron und dem angiographischen Ausmaß der Koronararterienprogression hin. Höhere Testosteronwerte scheinen einen "antiatherosklerotischen" Effekt auf die Entwicklung und Progression der koronaren Herzkrankheit zu haben. Patienten mit schwerer KHK und niedrigem Testosteronspiegel könnten von einer exogenen Testosterongabe profitieren, größere Interventionsstudien stehen jedoch noch aus.
 
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