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Sieghart S  
Osteoporose und Antikoagulantientherapie

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen 2003; 10 (3): 20-22

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Die Langzeittherapie mit unfraktioniertem Heparin (UF-Heparin) bei Patienten mit erhöhtem Thromboembolie-Risiko hat in verschiedenen klinischen Studien in Abhängigkeit mit der Dosierung und Dauer der Therapie einen negativen Effekt auf den Knochenstoffwechsel und Anstieg des vertebralen Frakturrisikos gezeigt. Dagegen konnten mit dem Einsatz von niedermolekularen Heparinen (LMW-Heparin) in der präventiven Dosierung weder im Tierversuch noch in klinischen Studien negative Einflüsse auf die Knochenneubildung, Knochendichte und Frakturhäufigkeit beobachtet werden. Weitere prospektive Studien mit therapeutischen Dosierungen von LMW-Heparinen in der Langzeittherapie sind notwendig, um einen Anstieg des Frakturrisikos auszuschließen. Epidemiologische Studien zeigen, daß bei Vitamin K-Mangel und/oder gestörter Resorption der Anteil des untercarboxylierten Osteokalzins ansteigt und das Frakturrisiko erhöht ist. Unter Antikoagulantien-Therapie mit Cumarinen wird in verschiedenen Studien die Knochendichte teils erniedrigt, teils unverändert gefunden, so daß in erster Linie vermutlich die Knochenqualität durch Vitamin K beeinflußt wird. Eine kürzlich erschienene Studie bestätigt den Anstieg des vertebralen Frakturrisikos und das Risiko für Rippenfrakturen in Abhängigkeit von der Dauer der Antikoagulantientherapie. Eine sorgfältige Evaluierung des Knochenstoffwechsels bei Osteoporose-Risikopatienten wird daher vor und während der Langzeittherapie mit Antikoagulantien empfohlen. Menatetrenone, ein synthetisch hergestelltes Derivat von Vitamin K2, wurde erstmals in Japan als Therapeutikum bei Patienten mit postmenopausaler Osteoporose eingesetzt. Das vertebrale Frakturrisiko war nach 2 Jahren Therapie signifikant reduziert, die Gerinnungsparameter waren unbeeinflußt. Weitere Studien sind notwendig, um die vielfältigen Funktionen von Vitamin K und ihre Bedeutung für den Knochenstoffwechsel zu erforschen sowie ihren Stellenwert in der Therapie der Osteoporose zu etablieren.
 
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