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Klaus A, Weiss H  
Das verstellbare Magenband - eine Reflux- oder Antirefluxoperation?

Journal für Ernährungsmedizin 2003; 5 (3) (Ausgabe für Österreich): 12-15
Journal für Ernährungsmedizin 2003; 5 (3) (Ausgabe für Schweiz): 17-20

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Abb. 1: Ösophagusdilatation Abb. 2: Magenband - Nissen-Funkoplikat Abb. 3: Ösophagusmanometrie Abb. 4: Ösophagusmanometrie



Keywords: AdipositasErnährungsmedizinGastroösophageale RefluxkrankheitGERDHiatushernieMagenband

In den letzten Jahrzehnten ist die krankhafte Fettsucht zu einem zunehmenden Gesundheitsproblem in der westlichen Welt geworden, da sie mit einer erhöhten Mortalitätsrate einhergeht. Die chirurgische Therapie ist die effektivste Möglichkeit, einen suffizienten und stabilen Gewichtsverlust zu erreichen, wenn diätetische und medikamentöse Therapieformen versagt haben. Der laparoskopische Zugang hat die operativen Methoden der restriktiven und malabsorptiven chirurgischen Eingriffe für viele Patienten attraktiver gemacht. Die krankhafte Fettsucht ist oft vergesellschaftet mit der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) und dem Auftreten von Zwerchfellhernien, die als Kontraindikation für das adjustierbare Magenband angesehen wurden, da die GERD dadurch verstärkt werden würde. Prospektive Analysen der tubulären Ösophagusmotilität und des unteren Ösophagussphinkters bei Patienten nach Implantation eines ösophagogastral angelegten Magenbandes im Vergleich zu einem rein gastrisch gelegenen Magenband mit Magenpouch zeigten eine Verstärkung der gastroösophagealen Refluxbarriere. Die Größe des Magenpouches ist, sofern das Maximalvolumen von ca. 30 ml nicht überschritten wird, ein zu vernachlässigender Faktor bezüglich des Gewichtsverlustes und der möglichen postoperativen Komplikationen. Bei einigen Patienten kommt es jedoch zu einer Veränderung der Relaxation des unteren Ösophagussphinkters, die zu Ösophagusdilatation und Stase führen kann. Diese Veränderungen treten vor allem nach ösophagogastraler Plazierung des Magenbandes auf. Des weiteren kann es postoperativ zum Auftreten von Schluckstörungen kommen. Zusammenfassend führt das verstellbare Magenband zu einer Verstärkung des unteren Ösophagussphinkters und damit zur Verhinderung von gastroösophagealem Reflux. Es kann jedoch vor allem nach ösophagogastraler Magenbandimplantation zu Relaxationsstörungen des unteren Ösophagussphinkters und konsekutiver Veränderung der tubulären Ösophagusmotilität mit Ösophagusdilatation kommen.
 
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