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Mächler H et al.  
Das Ösophagus-EKG: Neue Einsatzmöglichkeiten durch eine neue Technik

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 1999; 6 (6): 303-307

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Keywords: KardiologieÖsophagus-EKG

Einleitung: Das Ösophagus-EKG wurde aufgrund einer suboptimierten Ableite- und Verstärkertechnik bislang lediglich zur Detektion von atrialen Arrhythmien verwendet. Eine ösophageale Ableitetechnik wäre aber zur Detektion von intraoperativ auftretenden Myokardischämien gut geeignet. Methodik: Die ösophagealen EKG-Signale werden über eine bipolare Ösophagussonde abgeleitet, gelangen über einen hochauflösenden, batteriebetriebenen Vorverstärker (0,01-2000 Hz) zu einem Analog-Digital-Board, und werden letztlich auf einem PC visualisiert und ausgewertet. Ergebnisse: Mit dem Ösophagus-EKG konnten im Vergleich zum Oberflächen-EKG signifikant mehr ischämische Episoden sowohl im Tierversuch (93 % versus 47 %) (n = 18) als auch im Rahmen von aorto-koronaren Bypassoperationen (CABG) detektiert werden. Zum Zeitpunkt der Narkoseeinleitung hatten 85 % der Hochrisiko-CABG Patienten (n = 18) ein ischämisch verändertes Ösophagus-EKG (18 % Detektionsrate im Oberflächen-EKG), wobei solche Ereignisse mit einem negativen, postoperativen Outcome korreliert werden konnten (p < 0,05). Zusätzlich konnten mit der ösophagealen Ableitung bei 8 von 18 CABG-Patienten im Mittel 483 ± 119 hochamplitudige, biphasische Vorhof-Komponenten während des kardioplegieinduzierten Herzstillstandes detektiert werden, im Oberflächen-EKG hatte nur ein Patient 26 Vorhof-Potentiale. Solche auch visuell nicht erkennbaren Vorhofaktivitäten waren zu 88 % mit postoperativen, supraventrikulären Arrhythmien korreliert. Schlußfolgerung: Das Ösophagus-EKG stellt eine für den klinischen Routinebetrieb einfach einsetzbare und sensitive Monitoringtechnik dar, um intraoperative Myokardischämien erkennen zu können. Zusätzlich kann durch die Detektion von Vorhofpotentialen die Effektivität der Kardioplegie überprüft werden.
 
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