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Braendle W, Kuhl H  
Editorial: Stellungnahme zur Millionenfrauenstudie und Brustkrebs

Journal für Menopause 2003; 10 (3) (Ausgabe für Deutschland): 3-4

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Keywords: MammakarzinomWMS-Studie

In der Millionenfrauenstudie wurde in England zwischen 1996 und 2001 zusammen mit der Aufforderung, an dem landesweiten Mammakarzinomscreeningprogramm (NHSBSP) teilzunehmen, ein Fragebogen verschickt, in dem Lebensstil, sozioökonomischer Hintergrund, Reproduktionsanamnese und medizinische Anamnese (einschließlich Hormonsubstitution) abgefragt wurden. Eine erste Veröffentlichung dieser Daten zur Häufigkeit von Brustkrebs und Mortalität an Brustkrebs fand im August 2003 statt. 1.084.110 Frauen hatten den Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt, in die jetzige Analyse wurden 828.923 postmenopausale Frauen einbezogen, deren mittleres Alter bei 55,9 Jahren lag, 50 % von Ihnen gaben an, jemals Hormone eingenommen zu haben, 33 % waren derzeitige Anwenderinnen einer Hormonbehandlung, im Mittel über 5,8 Jahre. 9.364 invasive Mammakarzinome wurden während einer mittleren Beobachtungszeit von 2,6 Jahren und 637 Todesfälle wegen Mammakarzinoms innerhalb von 4,1 Jahren registriert. Die Diagnose eines Mammakarzinoms wurde im Mittel 1,2 Jahre nach Erhebung des Fragebogens gestellt. Das relative Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, betrug unter den derzeitigen Hormonanwenderinnen 1,66 (95 %-CI 1,58–1,75), das Risiko, an einem Mammakarzinom zu versterben 1,22 (1,0–1,48, p = 0,05, nicht signifikant). Frauen, die in der Vergangenheit Hormone eingenommen hatten, zeigten kein erhöhtes Risiko, weder hinsichtlich der Diagnose eines Mammakarzinoms (1,01) noch der Mortalität (1,05). Die Inzidenz von Mammakarzinomen war signifikant erhöht, sowohl für derzeitige Anwenderinnen von Estrogenen allein (1,30) als auch von Estrogen/Gestagen-Präparaten (2,0) sowie von Tibolon (1,45). Keine Unterschiede wurden hinsichtlich der verschiedenen Estrogene oder Gestagene gefunden oder zwischen kontinuierlich-kombinierter oder sequentieller Estrogen/Gestagengabe. Auch hinsichtlich der oralen oder transdermalen Gabe fand sich kein Unterschied.
 
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