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Hoffmeister HM et al.  
Serummarker bei akuten Koronarsyndromen

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 1999; 6 (3): 135-139

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Keywords: akuter Myokardinfarktakutes KoronarsyndromFibrinolyseHyperkoagulabilitätinstabile Angina pectorisKardiologieMarker

Bei akuten koronaren Syndromen besteht eine Hyperkoagulabilität. Meßtechnisch läßt sich diese durch Marker der Thrombingeneration, -Aktivierung und -Wirkung (Prothrombinfragment F1+2, Thrombin-Antithrombin III Komplex, Fibrinopeptid A) erfassen. Die Hyperkoagulabilität, die mit erhöhten D-Dimer und Plasmin-Antiplasmin Komplexspiegeln einhergeht, läßt sich für mehrere Tage über die klinische Stabilisierung der Patienten hinaus nachweisen und stellt somit ein mögliches Risiko für subakute erneute koronare Ereignisse dar. Bedeutsam ist zusätzlich die paradoxe Thrombingeneration durch verschiedene Thrombolytika in der Behandlung des akuten Myokardinfarkts. Durch Bestimmung entsprechender Thrombinmarker können möglicherweise Patienten mit sehr hohem Reokklusionsrisiko bzw. Thrombolyseversagen identifiziert werden. Das fibrinolytische System ist längerfristig als Bestandteil des metabolischen Syndroms bei Patienten mit koronaren Syndromen gestört. Es besitzt als Marker von Frühformen der Arteriosklerose und früher Prädiktor für das Auftreten akuter koronarer Ereignisse bei noch klinisch Gesunden eine erhebliche Bedeutung (Messung des Gewebetyp-Plasminogenaktivator-Antigens). Die Bestimmung des Gewebetyp-Plasminogenaktivators und seines Inhibitors (Plasminogenaktivator Inhibitor (PAI)) vermag möglicherweise auch Patienten mit kompliziertem Verlauf bei Revaskularisierungsmaßnahmen im akuten Koronarsyndrom zu charakterisieren. Einschränkend ist allerdings hierbei, daß erhebliche Überlappungen zwischen den Gruppen bestehen und diese Größen auch nicht zur prospektiven Identifizierung von Patienten, welche nicht auf intensivierte konservative Therapie ansprechen, benutzt werden können. Eine mögliche wesentliche Bedeutung für die Risikoabschätzung wird zukünftig inflammatorischen Markern zukommen. Hierzu zählen das C-reaktive Protein, das Serumamyloid A sowie lösliche Adhäsionsmoleküle wie sICAM und sVCAM. Für die klinische Wertigkeit dieser Größen bleiben jedoch noch derzeitige Studien abzuwarten.
 
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