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Gulba D et al.  
Thrombolyse - neue Thrombolytika, neue Begleittherapie: Update 1999

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 1999; 6 (3): 142-153

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Keywords: AbciximabBegleittherapieeptifibatideKardiologiePlasminogenaktivatorThrombolyseThrombolytikaTirofiban

Nachdem die Etablierung der Thrombolyse als Therapieoption bei den unterschiedlichen thromboembolischen Erkrankungen als weitgehend abgeschlossen gelten kann, gilt heute das Hauptinteresse der Entwicklung neuer Thrombolytika und der Verbesserung der adjuvanten Therapie. Mit dem Gewebe-Plasminogenaktivator steht ein Medikament zur Verfügung, das im Vergleich zu Streptokinase und Urokinase eine erhöhte Fibrinselektivität und eine verbesserte Wirksamkeit aufweist. Weiterentwicklungen dieses Plasminogenaktivators stellen die Deletionsmutanten Reteplase und Lanoteplase sowie die durch mehrfache gezielte Mutagenese entstandene TNK-Mutante dar. Ihnen allen ist bei marginal weiter verbesserten thrombolytischen Eigenschaften eine verbesserte Halbwertszeit zu eigen, die eine Applikation als Einfach- oder Doppelbolus möglich macht. Diese Eigenschaft macht die neuen Substanzen besonders für den Einsatz in der Notfallmedizin und im Rettungswesen geeignet. Mit Pro-Urokinase steht darüber hinaus ein weiterer physiologischer, humaner Plasminogen-Aktivator zur Verfügung. Pro-Urokinase wirkt jedoch erst nach Aktivierung zur Urokinase und weist somit keine Fibrinselektivität auf. Mit der Einführung dieser Substanzen wird in Kürze gerechnet. Weitere Substanzen mit noch günstigeren pharmakologischen Profilen stellen die Staphylokinase und der Plasminogenaktivator der Vampirfledermaus dar. Diese Substanzen stehen jedoch erst am Anfang ihrer klinischen Prüfung. Unabhängig von der Weiterentwicklung der thrombolytischen Substanzen werden wesentliche Fortschritte in der Thrombolyse jedoch auch auf dem Gebiet der adjuvanten gerinnungshemmenden Therapie erwartet. Besonderes Augenmerk gilt hier den spezifischen Thrombininhibitoren (z. B. Hirudin) und den Inhibitoren der Plättchenaggregation durch Blockade des Plättchen GP IIb/IIIa Rezeptors. Hierzu stehen derzeit drei unterschiedliche Substanztypen zur Verfügung: chimäre Antikörperfragmente (z. B. abciximab), Oligopeptide (z. B. Eptifibatide) und niedermolekulare peptidomimetische Substanzen (z. B. Tirofiban), die derzeit überwiegend bei der Behandlung der instabilen Angina und in der periinterventionellen Therapie ihren Einsatz finden. Diese Substanzen können jedoch - auch als Adjuvantien zu Thrombolytika verabreicht - deren Wirksamkeit wesentlich verbessern. Ihre Rolle zur Verhinderung der frühen Reokklusion nach Thrombolysetherapie ist hingegen bisher noch nicht definiert.
 
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