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Kuhl H  
Epidemiologie, Mammakarzinom und Hormonersatztherapie

Journal für Menopause 2003; 10 (4) (Ausgabe für Österreich): 5-9
Journal für Menopause 2003; 10 (4) (Ausgabe für Schweiz): 7-11
Journal für Menopause 2003; 10 (4) (Ausgabe für Deutschland): 6-10

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Keywords: EstrogenGestagenHormonersatztherapieMammakarzinommammographische DichteMenopause

Die Hormonsubstitution (HRT) erhöht das relative Risiko des Mammakarzinoms im Durchschnitt um etwa 35 %. Diese Risikozunahme wurde 1997 in der großen Oxford-Reanalyse festgestellt und in den folgenden Jahren immer wieder bestätigt. Sie bedeutet, daß in einem Beobachtungszeitraum von 20 Jahren die Zahl der Brustkrebsdiagnosen nach einer 5jährigen HRT von 45 auf 47 und nach 10jähriger HRT auf 51 ansteigt. Dieses Risiko ist vergleichbar mit dem anderer Risikofaktoren, wie z. B. frühe Menarche, späte erste Geburt, Kinderlosigkeit, späte Menopause oder Alkoholkonsum. Die unter der HRT diagnostizierten Tumoren sind im Durchschnitt weniger aggressiv und haben eine günstigere Prognose, wie mehrere große Untersuchungen zeigten. In der WHI-Studie war das Risiko unter der HRT nur bei solchen Frauen erhöht, die bereits vor der Studie mit Hormonen behandelt worden waren. In der noch laufenden Untersuchung der WHI mit einer alleinigen Estrogentherapie ist bisher noch keine Risikoerhöhung festgestellt worden. Offensichtlich spielt die Kombination mit Gestagenen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Mammakarzinoms. In mehreren neuen Fall-Kontroll-Studien wurde gezeigt, daß eine signifikante Zunahme des Brustkrebsrisikos in erster Linie unter der Estrogen-Gestagen- Therapie und nicht unter der Estrogensubstitution beobachtet wird, wobei es sich um lobuläre Mammakarzinome handelt. Dies ist mit der erheblichen Verstärkung der estrogenabhängigen Proliferation des Brustdrüsengewebes durch das Gestagen zu erklären. Weder Estrogene noch Gestagene wirken beim Menschen mutagen/karzinogen. Die Zunahme der mammographischen Dichte unter der HRT, die innerhalb von 2 Wochen nach dem Absetzen verschwindet, ist – ähnlich wie in der Lutealphase – vermutlich auf eine vermehrte Vaskularisierung, Vasodilatation und Wassereinlagerung zurückzuführen. Da der Gestagenzusatz nur dem Schutz des Endometriums dient und häufig mit Nebenwirkungen verbunden ist, stellt sich die Frage, ob man nicht nur für die Estrogentherapie, sondern auch für den Gestagenzusatz eine individuelle Indikation fordern sollte.
 
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