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Seeger H et al.  
Vergleich der Wirkung von acht Gestagenen auf die estradiolinduzierte Proliferation humaner Brustkrebszellen

Journal für Menopause 2003; 10 (4) (Ausgabe für Österreich): 10-13
Journal für Menopause 2003; 10 (4) (Ausgabe für Schweiz): 12-15
Journal für Menopause 2003; 10 (4) (Ausgabe für Deutschland): 11-14

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Abb. 1: Sequentielle Estradiol/Gestagen-Kombination - Proliferationshemmung Abb. 2: Kontinuierliche Estradiol/Gestagen-Kombination - Proliferationshemmung



Keywords: estradiolGestagenMammakarzinomMCF-7-ZellenMenopauseproliferation

Der Einfluß von Progesteron und verschiedenen synthetischen C19- und C21-Gestagenen auf die Proliferation einer menschlichen Brustkrebszell- Linie wurde untersucht. Von speziellem Interesse war dabei der Vergleich der zwei verschiedenen Regime, die bei der HRT vorwiegend angewandt werden, nämlich die sequentielle und kontinuierliche Estrogen/Gestagen-Kombination. Als Zellmodel wurde die menschliche estrogenrezeptorpositive Zell-Linie MCF-7 verwendet. Progesteron (P), Chlormadinonacetat (CMA), Dienogest (DNG), Gestoden (GSD), 3-Keto-Desogestrel (KDG), Levonorgestrel (LNG), Medroxyprogesteronacetat (MPA) und Norethisteron (NET) wurden sowohl im therapeutischen als auch im pharmakologischen Konzentrationsbereich in sequentieller und kontinuierlicher Kombination mit Estradiol untersucht. Die Zellproliferation wurde mittels ATP-Chemosensitivitäts-Test bestimmt. In sequentieller Kombination mit Estradiol war nur CMA in der Lage, über den gesamten Konzentrationsbereich eine Hemmwirkung zu erzielen. Ähnliche Effekte wurden für DNG, GSD und KDG gefunden, wohingegen P und MPA nur in der höchsten Konzentration von 10 Mikromol eine Hemmung bewirkten. LNG und NET zeigten keine signifikante Hemmwirkung bei sequentieller Kombination. Bei kontinuierlicher Kombination mit Estradiol zeigten P, CMA, GSD, KDG und LNG eine Hemmwirkung über den gesamten Konzentrationsbereich. Für DNG und MPA wurden nur geringe Wirkungen festgestellt, wohingegen NET keine signifikanten Effekte zeigte. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, daß sowohl Gestagenart als auch Applikationsmodus das Brustkrebsrisiko unter HRT beeinflussen können. Allerdings sind die Hemmwirkungen sämtlicher getesteten Gestagene in den klinisch relevanten Konzentrationen relativ gering, so daß bezweifelt werden kann, ob unter HRT eine Risikoreduzierung von Brustkrebs erzielt wird. Andererseits ist unter den getesteten experimentellen Bedingungen in der Kombination dieser Gestagene mit Estradiol keine Stimulierung zu beobachten. Die in einigen klinischen Studien beobachtete, in Absolutzahlen allerdings nur marginale, Risikoerhöhung deutet jedoch darauf hin, daß gewisse individuelle Bedingungen zu einer gestagenbedingten Proliferation führen können. Daher erscheinen auch im experimentellen Bereich weitergehende Untersuchungen, z. B. zu Stroma-Effekten, notwendig.
 
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