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Schindler AE  
Schilddrüse, Klimakterium und Hormontherapie

Journal für Menopause 2003; 10 (4) (Ausgabe für Österreich): 27-31
Journal für Menopause 2003; 10 (4) (Ausgabe für Schweiz): 29-32
Journal für Menopause 2003; 10 (4) (Ausgabe für Deutschland): 28-31

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Keywords: HormonersatztherapieHyperthyreoseHypothyreoseKlimakteriumMenopauseSchilddrüse

Schilddrüsenerkrankungen steigen mit dem Alter an und sind bei der Frau häufiger als beim Mann, besonders im höheren Alter. Folgende Häufigkeiten von Schilddrüsenerkrankungen bei postmenopausalen Frauen wurden festgestellt: 1. klinische Schilddrüsenerkrankungen 2,4 %; 2. subklinische Schildrüsenerkrankungen 23,3 %. In der Gruppe der subklinischen Schilddrüsenerkrankungen sind 73,8 % hypothyreot und 26,2 % hyperthyreot. Die Zahl der Schilddrüsenmalignome steigt mit dem Alter an. Die Symptome, die mit den Schilddrüsenerkrankungen einhergehen, können denen des Klimakteriums ähnlich sein, und deshalb ist es klinisch schwierig, zwischen den Schilddrüsensymptomen und den klimakterischen Symptomen zu unterscheiden. Es ist wichtig zu betonen, daß sogar leichte Schilddrüsenveränderungen bereits mit erheblichen Problemen, wie depressive Verstimmung, Störung der geistigen Leistungsfähigkeit und Gedächtnisschwund, verbunden sein können. Die Myokardfunktion kann eingeschränkt sein, es besteht in diesen Fällen ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Diese ungünstigen Effekte können durch eine Hormontherapie entsprechend verbessert oder korrigiert werden. Subklinische Hypothyreose kann sich mit der Zeit in eine volle Hypothyreose wenden. Deshalb ist es zu empfehlen, daß die Schilddrüsenfunktion bei der Frau im Klimakterium kontrolliert wird. Eine Hormonersatztherapie verursacht Veränderungen des TSH- und freien Thyroxinspiegels. Die erhöhte Bindung von Thyroxin an die HRT-induzierten erhöhten TGB-Spiegel führt über Feedback zur Erhöhung des TSH. Ist die Adaptation ungenügend, besteht eine erhöhte Notwendigkeit für Thyroxin bei Frauen, die eine HRT verwenden. Die TSH-Spiegel sollten 12 Wochen nach Beginn der Hormonersatztherapie kontrolliert werden. Im höheren Lebensalter sinkt die benötigte Menge von Jod und Schilddrüsenhormon, deshalb sollte die Therapie ebenfalls kontrolliert werden. Für den Knochenstoffwechsel spielen Schilddrüsenhormone eine wichtige Rolle. Während bei Hypothyreose höchstens marginale Differenzen gegenüber euthyreoten Frauen bestehen, sind große Differenzen bei hyperthyreoten Frauen gefunden worden. Hyperthyreose und Langzeit-L-Thyroxin-Behandlung, die mit einer durchgreifenden Unterdrückung des TSH-Spiegels einhergeht, führen zu einer Reduzierung der Knochendichte bei postmenopausalen Frauen. Die Hormonersatztherapie kann für diese Frauen wichtig sein, da die Knochendichte damit kontrolliert werden kann.
 
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