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Summary
Patel DJ et al.  
Kardioprotektion durch KATP-Kanal-Öffner bei instabiler Angina pectoris: Ist dies eine klinische Manifestation myokardialer Präkonditionierung? Resultate einer randomisierten Studie mit Nicorandil

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 1999; 6 (3): 161-167

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Keywords: CESAR 2instabile Angina pectorisKardiologieKATP-Kanal-ÖffnerNicorandilStudie

Ziel: Die Beurteilung der antiischämischen und antiarrhythmischen Effekte sowie der allgemeinen Sicherheit von Nicorandil, eines ATP abhängigen Kalium- (K+) Kanalöffners mit kardioprotektivem Effekt bei Patienten mit instabiler Angina pectoris. Methoden: In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Parallelgruppen-Multicenterstudie wurde Patienten mit instabiler Angina pectoris über eine Mindestdauer von 48 h zweimal täglich 20 mg Nicorandil oder ein entsprechendes Placebo oral verabreicht. Die Therapie wurde bei Verträglichkeit mit der Gabe von oralem Aspirin, einem Betablocker und Diltiazem standardisiert. Ein Holter-EKG wurde über 48 h durchgeführt, um die Frequenz und Dauer transitorischer Myokardischämien und jedweder Tachyarrhythmien als vordefinierte Endpunkte der Studie zu beurteilen. Eine Schmerzkurve dokumentierte die Inzidenz und Schwere von Brustschmerzen während der gesamten Studienperiode. Patienten mit retrospektiv mittels Troponin-T Analyse festgestelltem Myokardinfarkt wurden ausgeschlossen. Resultate: 245 Patienten wurden in die Studie rekrutiert. 43 Patienten wurden mit der Indexdiagnose Myokardinfarkt ausgeschlossen, zwei wurden nicht randomisiert und 12 hatten keine ausreichenden Daten. Unter den 188 restlichen Patienten hatten 6 von 89 Patienten (6,7%) mit Nicorandil Arrhythmien, verglichen mit 17 von 99 Patienten (17,2%) mit Plazebo (p = 0,04). Drei Nicorandil-Patienten hatten drei Episoden nichtanhaltender ventrikulärer Tachykardien, verglichen mit 31 Episoden bei 10 Placebo-Patienten (Patienten: p = 0,087; Episoden: p < 0,0001). Drei Nicorandil-Patienten hatten vier Episoden supraventrikulärer Tachykardien, verglichen mit 15 Episoden bei neun Patienten mit Placebo (Patienten: p = 0,14; Episoden: p = 0,017). Elf (12,4%) Patienten mit Nicorandil hatten 37 Episoden transitorischer Myokardischämien (zumeist still), verglichen mit 74 Episoden bei 21 Patienten (21,2%) mit Placebo (Patienten: p = 0,12; Episoden: p = 0,0028). Bei der Analyse der allgemeinen Sicherheit, die alle Patienten inkludierte, die mindestens eine Dosis der Studienmedikation erhielten, waren keine signifikanten Unterschiede beim Auftreten von Myokardinfarkten oder Todesfällen zwischen den mit Nicorandil behandelten und den Placebo-Gruppen zu verzeichnen. Schlußfolgerungen: Nicorandil reduziert als Zusatz zur aggressiven antianginösen Behandlung instabiler Angina pectoris transitorische Myokardischämie, nichtanhaltende ventrikuläre und supraventrikuläre Tachyarrhythmien im Vergleich zu Placebo. Die antiarrhythmische Aktivität bei Nicorandil ist wahrscheinlich ein sekundärer Effekt, der aus seiner antiischämischen Wirkung resultiert, und wir postulieren, daß dies mit seinem Einfluß auf den ATP-abhängigen Kalium-Kanal zusammenhängt, indem es pharmakologische Präkonditionierung verursacht.
 
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