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Rux S et al.  
Interventioneller Verschluß des persistierenden Foramen ovale bei 71 Patienten mit vermuteten paradoxen Embolien: Ein Vergleich zwischen vier verschiedenen Okklusionssystemen

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 1999; 6 (2): 104-114

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Keywords: Foramen ovaleKardiologieOkklusionssystemparadoxe EmbolieVerschlusssystem

Der nicht-operative Verschluß des persistierenden Foramen ovale (PFO) wurde in den letzten Jahren verschiedentlich zur Prävention rezidivierender Thromboembolien bei Patienten mit zerebralen Ischämien ungeklärter Ursache vorgeschlagen. In den letzten Jahren wurden verschiedene Okklusions-Systeme entwickelt. Zwischen 08/94 und 03/98 wurde bei 71 Patienten im Alter zwischen 17 und 77 Jahren (Mittelwert ± Standardabweichung: 43,6 ± 13,8) der Katheterverschluß versucht. Die mittels transösophagealer Kontrast-Echokardiographie nachgewiesenen PFOs wurden als Ursache für ein bis vier paradoxe embolische Ereignisse angenommen. Durch ausführliche neurologische und internistische Untersuchungen wurden andere Emboliequellen ausgeschlossen. Der aufgedehnte Durchmesser der PFOs betrug 4-24 mm (12,3 ± 2,9). Der PFO-Verschluß verlief primär erfolgreich in 23/26 Fällen mit einem SIDERIS-Buttoned-Device, bei 11/11 Patienten mit einer ASDOS-Prothese, bei 20/20 Patienten mit einem ANGEL-WINGS-Device und bei 14/14 Patienten mit einem Cardio-Seal-Okkluder. Die primäre Erfolgsrate lag insgesamt bei 95,7%. Im bis zu 48 Monate langen Follow-up mußte ein SIDERIS-Device wegen partieller Lockerung explantiert werden, in zwei Fällen kam es zu einem weiteren embolischen Ereignis und in einem Fall wurde ein neu aufgetretener interatrialer Shunt nach primär vollständigem Verschluß beobachtet. Brüche und Biegungen der metallischen Anteile wurden bei vier ASDOS- und je einem ANGEL-WINGS- und Cardio-Seal-Patienten beschrieben. Temporäre Thrombusbildung auf dem Okkluder wurde bei vier Patienten nach Implantation eines ASDOS-, zweier ANGEL-WINGS- bzw. eines Cardio-Seal-Systems diagnostiziert. Ein Patient verstarb bei der zwei Wochen nach dem Eingriff wegen einer Endokarditis notwendigen operativen Explantation des implantierten ASDOS-Schirmes. Im Verlauf von 113 Patientenjahren erlitten lediglich zwei mit einem SIDERIS-Device behandelte Patienten ein weiteres embolisches Ereignis. Nach Einsatz des ANGEL-WINGS- und Cardio-Seal-Systems traten bislang keine ernsten Komplikationen auf. Alle vier Systeme sind zum Katheterverschluß des PFOs bei Erwachsenen geeignet. Im Vergleich zum SIDERIS- und ASDOS-Device scheinen das ANGEL-WINGS-System und der Cardio-Seal-Okkluder verläßlicher in bezug auf Stabilität und Schutzfunktion vor neuerlichen embolischen Ereignissen.
 
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