Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Mair N et al.  
Die klinische Prüfung der Meßgenauigkeit von Blutdruckselbstmeßgeräten

Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2000; 4 (4): 6-26

Volltext (PDF)    Summary   




Keywords: BlutdruckmessungBlutdruckselbstmessgerätHypertonieMeßfehlerMeßgenauigkeit

Die indirekte oszillometrische Blutdruckmessung gibt es seit 1834 [1], seit 1907 wird auch mit Hilfe der Korotkoff'schen Geräusche der Blutdruck gemessen. Diese beiden unterschiedlichen Meßmethoden liefern im Vergleich zur intraarteriellen Messung unterschiedliche Werte. Bedeutend für die Beurteilung der Meßfähigkeit der einzelnen Meßgeräte ist auch, daß die Blutdruckhöhe vom Meßort abhängt [2-4] und zeitabhängig stark schwankt. Für die Selbstmessung, die eine wertvolle Methode zur Beurteilung der Blutdrücke außerhalb der Ordination geworden ist, werden derzeit Geräte unter mehr als 100 verschiedenen Namen angeboten. Für die diagnostische Nutzung der Meßergebnisse muß deren Meßfähigkeit gesichert sein. Bei der technischen Eichung wird die Meßgenauigkeit mit vorgegeben Drücken beurteilt. Bei der klinischen Beurteilung sind die Bedingungen komplizierter, da der Blutdruck des Patienten unbekannt und instabil ist. Die Riva-Rocci Methode ist als indirekter Goldstandard unverläßlich. Mit ihr werden die intraarteriellen Drücke nicht exakt wiedergegeben. Die Problembereiche, die sich bei Vergleichen von indirekten Druckmessungen ergeben, werden diskutiert. Technisch sind alle modernen, indirekt messenden Geräte kalibriert und geeicht. Sie messen innerhalb von ± 3 mmHg richtig. Wie dieser technische Standard klinisch hält, wird international mit Hilfe der subjektiven Wahrnehmung des Korotkoff?schen Geräusches durch trainierte Ärzte beurteilt, die an einem analogen Quecksilbersphygmomanometer Werte ablesen. Die objektive klinische Bewertung von Meßgeräten mit einer subjektiven Druckerhebung erscheint uns als Standard nicht akzeptabel. In unserem Protokoll wurde dafür eine objektive, reproduzierbare maschinelle Messung verwendet. Da es bisher keinen international verbindlichen Maschinenstandard gibt, haben wir dafür das weitgehend akzeptierte Space-Labs 90207 eingesetzt. Die klinische Validierung der Meßfähigkeit erfolgt zweistufig: Zuerst bewerten wir die Meßpräzision des Testgerätes. In einem zweiten Schritt wird dann die Richtigkeit der Testmeßergebnisse im Vergleich zu denen, die mit dem Standardverfahren erhoben wurden, beurteilt. Die Zahl der Meßwertpaare pro Patient wurde mit 36 festgelegt. Die Meßfähigkeit wird mit Hilfe des Mittelwertes aller Blutdruckwerte berechnet. Mit unserer einfachen Methode kann die Meßqualität von Blutdruckmeßgeräten auch vom niedergelassenen Arzt überprüft werden.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung