Krause und Pachernegg
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Terhalle HM et al.  
Der Einfluß von Pille und Rauchen auf die prokoagulatorische Aktivität von Blutmonozyten gesunder junger Frauen

Journal für Fertilität und Reproduktion 2000; 10 (5) (Ausgabe für Österreich): 18-28

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Keywords: BlutmonozytenFertilitätKontrazeptionNikotinabususRauchenVerhütung

Hintergrund: Epidemiologische Studien haben gezeigt, daß die Einnahme oraler Kontrazeptiva mit einem gesteigerten thromboembolischen Risiko assoziiert ist. Dieses Risiko wird potenziert, wenn starke Raucherinnen die Pille einnehmen. Unklar ist, welche pathogenetischen Mechanismen für die Thromboseneigung unter oraler Kontrazeption verantwortlich sind. Zirkulierende Blutmonozyten stellen durch ihre Fähigkeit, Tissue Factor zu synthetisieren, potente Aktivatoren der Gerinnungskaskade dar. In der vorliegenden Studie wurde bei 64 gesunden jungen Frauen untersucht, ob die Einnahme oraler Kontrazeptiva und / oder Nikotinabusus Einfluß auf die prokoagulatorische Aktivität (PKA = Tissue Factor-Aktivität, TF) zirkulierender Monozyten hat. Methoden: Blutmonozyten wurden von (I) Nichtraucherinnen ohne orale Kontrazeption (n = 18), (II) Nichtraucherinnen unter aktueller oraler Kontrazeption (n = 16), (III) Raucherinnen ohne aktuelle Kontrazeption (n = 15), und (IV) Raucherinnen unter aktueller oraler Kontrazeption (n = 15) isoliert. Untersucht wurde in einem one-stage-clotting assay die basale und Endotoxin-induzierbare prokoagulatorische Aktivität (TF-Aktivität), sowie mittels RT-PCR die TF-Gentranskription der Monozyten. Die Aktivierung der TF-Gentranskription wurde anhand des Transkriptionsfaktors NF-kB (EMSA) und seines Inhibitormoleküls Ik-Ba (Western blot) analysiert. Ergebnisse: Blutmonozyten von Nichtraucherinnen unter oraler Kontrazeption (II) und Raucherinnen (III) zeigten im Vergleich zu Nichtraucherinnen ohne Pille (I) eine erhöhte TF-Expression. Höchste PKA-Werte wurden bei Raucherinnen unter aktueller oraler Kontrazeption (IV) gemessen. Die gesteigerte PKA bei Nikotinabusus und oraler Kontrazeption ging, aufgrund einer erhöhten Aktivität des Transkriptionsfaktors NF-KB, mit einer gesteigerten Expression von TF-mRNA in den Monozyten einher. Experimente mit kultivierten Blutmonozyten zeigten in Anwesenheit von Estradiol eine gesteigerte Ik-Ba-Abnahme, so daß möglicherweise ein direkter Hormoneffekt für den Anstieg der monozytären TF-Expression verantwortlich ist. Schlußfolgerung: Bei prämenopausalen Frauen ist die PKA von Blutmonozyten unter oraler Kontrazeption und bei Nikotinabusus erhöht. Eine verstärkte monozytäre Tissue Factor-Expression könnte möglicherweise zur intravaskulären Gerinnungsaktivierung und demzufolge zu thromboembolischen Komplikationen unter oraler Kontrazeption beitragen. Die erheblich gesteigerte TF-Expression bei Raucherinnen unter oraler Kontrazeption erklärt möglicherweise den synergistischen Effekt des Rauchens für das Risiko thromboembolischer Ereignisse unter der Einnahme oraler Kontrazeptiva.
 
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