Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Eckel H et al.  
Wertigkeit des Hodenvolumens und der Serumkonzentration des Follikel-stimulierenden Hormons als prädiktive Faktoren für die testikuläre Spermatozoenextraktion (TESE)

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2000; 7 (4) (Ausgabe für Schweiz): 19-26
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2000; 7 (6) (Ausgabe für Österreich): 22-29

Volltext (PDF)    Summary   




Keywords: Andrologiefollikelstimulierendes HormonHodenvolumenICSIIntrazytoplasmatische SpermieninjektionTESEtestikuläre SpermienextraktionUrologie

Die intrazytoplasmatische Spermatozoeninjektion (ICSI) von testikulären Spermatozoen nach deren Extraktion aus operativ gewonnenen Hodenbiopsaten (testikuläre Spermatozoenextraktion = TESE) ermöglicht die Behandlung der hochgradigen Subfertilität des Mannes. Kontrovers diskutiert wird hierbei, ob im Fall der Azoospermie bei erhöhten Konzentrationen des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) im Serum und/oder verringerter Hodengröße von einer vollständigen Inhibition der Spermatogeneseaktivität auszugehen ist. Unsere Untersuchungen sollten klären, ob die Untersuchungsparameter FSH-Serumkonzentration und Hodenvolumen als prädiktive Faktoren mit Vorhersagekraft für eine erfolgreiche TESE fungieren können. Bei insgesamt 53 Patienten mit Azoospermie wurden zumeist beidseitig mehrere Hodenbiopsien gewonnen und kryokonserviert. Das Auftreten von testikulären Spermatozoen wurde anschließend retrospektiv mit den zuvor ermittelten FSH-Konzentrationen und sonographisch bestimmten Hodenvolumina verglichen. Bei 41 Patienten (77,4 %) waren Spermatozoen im Hodengewebe detektierbar. Hierbei konnten bei 22 / 24 Patienten mit Azoospermie und normaler FSH-Konzentration (< 12 IE/l) und bei 19 / 29 Patienten mit Azoospermie und erhöhtem FSH-Spiegel im Serum (> 12 IE/l) testikuläre Spermien isoliert werden (91,7 % vs. 65,5 %, p = 0,024). Eine Korrelation bezüglich der Hodenvolumina und dem Nachweis von Spermien im Biopsat der entsprechenden Seite wurde nicht festgestellt. Aufgrund der angezeigten negativen Korrelation erscheinen die Chancen hinsichtlich eines positiven TESE-Ergebnisses bei Azoospermie anhand der FSH-Werte tendenziell einschätzbar. Aber selbst bei erhöhten FSH-Serumkonzentrationen und unabhängig vom Hodenvolumen bietet die Entnahme von Hodenbiopsien die Möglichkeit, vitale testikuläre Spermatozoen zu gewinnen, welche sich für die Behandlung eines bestehenden Kinderwunsches durch die assistierte Fertilisation mittels ICSI eignen.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung