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Köller S et al.  
Untersuchungen zum Einfluß ökologisch relevanter Wirkstoffe auf Primärzellkulturen des humanen Endometriums

Journal für Fertilität und Reproduktion 2004; 14 (1) (Ausgabe für Österreich): 7-12
Journal für Fertilität und Reproduktion 2004; 14 (1) (Ausgabe für Schweiz): 5-9

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Abb. 1: Endometrium - Polychlorierte Biphenyle Abb. 2: Endometrium - Hexachlorcyclohexan Abb. 3: Endometrium - p,p'-Bis-(Chlorphenyl)-2,2,-Dichlorthylen Abb. 4: MCF-7-Zellen - Polychlorierte Biphenyle Abb. 5: MCF-7-Zellen - Hexachlorocyclohexan Abb. 6: MCF-7-Zellen - p,p'-Bis-(Chlorphenyl)-2,2,-Dichlorethylen



Keywords: ChemieEndometriumFertilitätHormonMCF-7-ZellenToxinUmweltZellkultur

Der Einfluß von Umweltfaktoren auf die Fertilität wird weltweit diskutiert. Besonderes Interesse finden in diesem Zusammenhang Umweltchemikalien, die als endokrin wirksame Verbindungen (endocrine disruptors) agonistische oder antagonistische Wirkungen entfalten können. Im Endometrium, einem sensitiven Zielorgan hormoneller Regulation, werden diese Substanzen angereichert. Die Wirkung halogenierter Kohlenwasserstoffe wurde an Primärzellkulturen von Epithelzellen des humanen Endometriums untersucht. Das Untersuchungsmaterial wurde bei Operationen gewonnen und die Epithelzellen in mehreren Aufbereitungsschritten für die Kultur isoliert. Nach vier Tagen erfolgte die Exposition der Primärkulturen mit PCB 153, beta-HCH und p,p’-DDE in unterschiedlichen Konzentrationen für 24, 48 und 72 Stunden. Der Einfluß der Testsubstanzen auf die Zellproliferation wurde mittels der Neutralrotmethode quantifiziert. Als Vergleichssystem dienten MCF-7-Zellen, die dem gleichen Kultur- und Expositionsregime unterworfen wurden. Die Exposition der Epithelzellen des humanen Endometriums führte bei allen eingesetzten polychlorierten Kohlenwasserstoffen zu einer Zellproliferation mit dem Maximum nach 72 Stunden. Bei den MCF-7-Zellen war der gleiche Effekt nachweisbar, das Maximum wurde aber früher erreicht. Unterschiede bestanden auch in der relativen Wirksamkeit. Während der Effekt bei den Primärzellen in der Reihenfolge PCB 153 > beta-HCH > p,p’-DDE abnahm, war bei den MCF-7-Zellen die Wirkung von p,p’-DDE am stärksten und bei Anwesenheit von PCB 153 am geringsten. Die Untersuchungen zur Exposition von Zellkulturen mit polychlorierten Kohlenwasserstoffen zeigen, daß dadurch endokrin gesteuerte Prozesse beeinflußt werden. Die Primärkulturen der Epithelzellen und die MCF-7-Zellen reagieren mit einer Zunahme der biologischen Aktivität. Die gewählten Konzentrationen lagen im Bereich der gemessenen Werte für die Umweltbelastung des humanen Endometriums. Die Ergebnisse sind mit den klassischen Vorstellungen zur rezeptorvermittelten Regulation der Endometriumstransformation durch Östrogene derzeit nicht in Einklang zu bringen.
 
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