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Braun M et al.  
Erektile Dysfunktion und "Lower Urinary Tract Symptoms" - getrennte Entitäten oder zukünftig gemeinsames Therapieregime?

Blickpunkt der Mann 2004; 2 (1): 7-11

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Abb. 1: Erektile Dysfunktion - LUTS - Deutschland Abb. 2: Erektile Dysfunktion - Deutschland



Keywords: AndrologieBenigne ProstatahyperplasieBPHerektile DysfunktionLower Urinary Tract SymptomMiktionStudie

Fragestellung: Mit der aktuellen demographischen Entwicklung innerhalb von Industrienationen rücken alterskorrelierte Erkrankungen immer weiter in den Vordergrund. Aus vielen epidemiologischen Studien wissen wir, daß die Prävalenzen der gutartigen Prostatavergrößerung (im folgenden BPH) und die des Verlustes der erektilen Funktion (im folgenden ED) mit zunehmendem Alter ansteigen. Die "Kölner 8000er-Umfrage" hat gezeigt, daß es sich bei diesen beiden Symptomen um altersunabhängige Co-Morbiditäten handelt. Nach Einführung von Sildenafil entbrannte, ohne Kenntnis der epidemiologischen Daten, die öffentliche Diskussion über eine mögliche Erstattungsfähigkeit der Therapiekosten. Hierdurch wurden Patienten wie auch die behandelnden Ärzte in höchstem Maße verunsichert. Das Bundessozialgericht in Kassel hat mit seinem Urteil vom 30. September 1999 nun die Erstattungsfähigkeit der Therapiekosten bestätigt. Aus diesem Grund ist eine Abschätzung der Entwicklung von ED und LUTS (Lower Urinary Tract Symptoms) in Deutschland für Mediziner und Krankenkassen von entscheidender Wichtigkeit. Material und Methode: Die durch die "Kölner 8000er-Umfrage" gewonnenen Prävalenzzahlen für Miktions- und Erektionsstörungen wurden auf die Daten der Bevölkerungsentwicklung, welche durch das Bundesamt für Statistik bereitgestellt wurden, übertragen. So wurden Prävalenzzahlen für die erektile Dysfunktion der einzelnen Altersgruppen errechnet. Ergebnisse: Die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur werden dazu führen, daß im Jahr 2030 die Zahl der Erkrankten (Männer mit ED) auf 5,65 Mio und der „Patienten“ (Männer mit ED und Leidensdruck) auf 1,8 Mio ansteigt. Im Jahr 2035 wird mit Anteilen von 14,5 % (Erkrankte) bzw. 4,2 % (Patienten), bezogen auf die Gruppe der Erwerbstätigen, eine deutlich größere Anzahl von Männern aufgrund von Sexualstörungen zu behandeln sein. Dies gilt insbesondere für Männer mit Miktionsstörungen: Hierbei wird ein Anstieg von ca. 9,3 Mio (1998) auf ca. 12,7 Mio Männern mit zumindest mäßiggradigen Miktionsbeschwerden zu verzeichnen sein. Schlußfolgerung: Die Behandlung der Symptome des alternden Mannes wird in Zukunft sicherlich einige Ressourcen des bundesdeutschen Gesundheitswesen binden. Eine Lösung dieses Problems erscheint aber angesichts der aktuell diskutierten Vorschläge zweifelhaft, da diese prinzipiell auf eine Umverteilung der Kosten und Zahlungen, nicht aber auf eine Erhöhung bzw. effizientere Verteilung der zur Verfügung stehenden Geldmenge abzielen (z. B. DRG-System).
 
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