Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Sommer F  
Die Einflüsse des Fahrradfahrens auf die männliche Sexualität - Teil 2: Hat Radsport einen Einfluß auf die Spermaqualität

Blickpunkt der Mann 2004; 2 (1): 33-36

Volltext (PDF)    Summary    Abbildungen   

Abb. 1: Ejakulationsvolumen - Radsportler Abb. 2: Spermakonzentration - Radsportler Abb. 3: Spermamorphologie - Radsportler Abb. 4: Spermamotilität - Radsportler Abb. 5: Skrotumtemperatur - Radfahren



Keywords: AndrologieFahrradFertilitätQualitätSpermaTraining

Einführung: Es gab Gerüchte, daß Radsport einen negativen Einfluß auf die männliche Fertilität haben könnte. Studien haben gezeigt, daß die Spermaqualität durch vermehrte Wärmeexposition des Skrotums beeinträchtigt wird. In der klinischen Andrologie, Fortpflanzungstoxikologie und Epidemiologie wird die Spermaqualität stellvertretend als Maß für die männliche Fertilität genutzt. Daher haben wir versucht, die Einflüsse von Radsport auf die Spermamotilität und -qualität zu untersuchen. Methoden: Es wurden 51 Langstreckenradsportler (mindestens 300 km in der Woche) und 50 Probanden, die als Kontrollgruppe dienten, rekrutiert. Die Probanden der Kontrollgruppe wünschten eine Vasektomie bei abgeschlossener Familienplanung. Alle Probanden beantworteten Fragen zum allgemeinen Gesundheitszustand und Fertilitätsproblemen. Die durchgeführten Spermaanalysen bezogen sich auf Konzentration, Morphologie und Motiliät. Außerdem wurde die Hauttemperatur des Skrotums vor, während und nach dem Fahrradfahren gemessen. Ergebnisse: Bei der Spermaanalyse sind keine signifikanten Unterschiede aufgetreten. Obwohl die einzelnen Parameter keine statistisch auffälligen Differenzen gezeigt haben, läßt die Gesamtauswertung auf eine höhere Prävalenz für pathologische Spermaveränderungen bei Wärmeexposition schließen. Die Auswertung der Anamnese ergab bei den Langstreckenradsportlern keine höhere Häufigkeit von Kinderlosigkeit, jedoch ein subjektiv zu evaluierendes Empfängnisproblem. Die durchschnittliche Hauttemperatur des Skrotums betrug vor dem Radfahren 33,3°C, danach 36,6°C. Schlußfolgerung: Langstreckenradsport führt eindeutig zu einer Erhöhung der skrotalen Hauttemperatur. Die weiteren Ergebnisse deuten darauf hin, daß diese Temperaturerhöhungen durch Langstreckenradsport keine nennenswerten Veränderungen der Spermaqualität hervorrufen.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung