Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Skrabal F  
Die Klassifizierung des Blutdrucks

Journal für Hypertonie - Austrian Journal of Hypertension 2004; 8 (1): 14-16

Volltext (PDF)    Summary    Abbildungen   

Abb. 1: Hypertonie - Komplikationen Abb. 2: Diastolischer Blutdruck - Alter Abb. 3: Blutdruckverteilung in der Bevölkerung Abb. 4: Blutdruckmeßprotokoll



Keywords: BlutdruckHypertonieKlassifikation

Während der systolische Blutdruck in der Bevölkerung mit zunehmendem Lebensalter in jedem Dezennium weiter ansteigt, beginnt der diastolische Blutdruck ab dem 50. Lebensjahr für jede systolische Blutdruckstratifizierung als Ausdruck einer zunehmenden Gefäßschädigung wieder zu sinken. Deswegen muß der Blutdruck ausschließlich nach dem systolischen Blutdruck klassifiziert werden. Die Häufigkeitsverteilung des systolischen und diastolischen Blutdrucks innerhalb der Bevölkerung entspricht einer Gauss'schen Glockenkurve. Jede Unterteilung in normotensiv und hypertensiv entspricht deshalb einer völlig willkürlichen Dichotomisierung. Je niedriger der Blutdruck, desto geringer die mechanische Belastung der Blutgefäße und desto geringer auch die mechanisch induzierten Gefäßschäden. Das war der Grund für die zuletzt vom "7th JNC on Prevention, Detection and Treatment of Hypertension" des NIH, USA, vorgenommene Klassifizierung des Blutdrucks in normal (kleiner als 120 mmHg systolisch), prähypertensiv (120-140 mmHg) und Hypertonie-Stadium I (140-160 mmHg systolisch) und Hypertonie-Stadium II (> 160 mmHg systolisch). Damit muß leider die nahezu gesamte gesunde österreichische Bevölkerung, die nach bisheriger Klassifikation noch keinen Hochdruck aufweist, als prähypertensiv klassifiziert werden. Ein wirklicher Informationsgewinn (der ja mit der Klassifikation bezweckt wird) ist meiner Meinung nach damit nicht mehr gegeben. Die Österreichische Hochdruckliga schlägt eine zusätzliche Klassifikation des Blutdrucks nach dem „Pressure Load“ vor, welches aus einer statistisch aussagekräftigen Zahl von Selbstmessungen leicht zu errechnen ist. Jedes Pressure Load von mehr als 20 % (mehr als 20 % der selbst gemessenen Blutdruckwerte > 135/85 mmHg) entspricht einer Hypertonie, die je nach Höhe der Blutdruckwerte entweder mit Änderungen des Lebensstils oder mit antihypertensiver Medikation zu bekämpfen ist.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung