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Müller L  
Dringliche Bypassoperation und Klappenchirurgie

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2004; 11 (Supplementum B): 36-38

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Keywords: BypassHerzinsuffizienzkardiogener SchockKardiologieKlappenchirurgie

Der kardiogene Schock stellt meist eine Komplikation des akuten Myokardinfarktes mit einer Häufigkeit von 5-10 % und eine gravierende Komplikation mit schlechter Prognose dar. Die Mortalität liegt zwischen 50 und 80 %. Trotz fraglicher Wirksamkeit der akuten Revaskularisation bezüglich Frühmortalität (46,7 vs. 56 %), kommt ihr aufgrund der Verbesserung der Langzeitprognose eine eminente Bedeutung zu (46,7 vs. 33,6 % 1-Jahres-Überleben). Bei fehlender Möglichkeit oder Sinnhaftigkeit einer perkutanen Intervention ist die akute koronare Bypassoperation anzustreben. Trotz Verbesserungen in der chirurgischen Strategie und Technik bleibt das Operationsrisiko bei kardiogenem Schock hoch (10-32 %), die 1- und 10-Jahres-Überlebensrate mit 59 % bzw. 47 % ist mit anderen Methoden jedoch unerreicht. Eine begleitende ischämische Mitralinsuffizienz (MI) ist durch Rekonstruktion oder Klappenersatz zu behandeln. Dringliche Indikationen für Klappenoperationen ergeben sich neben der akuten ischämischen MI bei hochgradiger Regurgitation aufgrund einer akuten Endokarditis oder bei Dekompensation eines präexistenten Klappenvitiums. Seltene Indikationen sind bei obstruierenden Tumoren oder Prothesenthrombosen gegeben. Das Operationsrisiko ist sowohl bei der akuten Mitral- als auch Aortenklappenoperation weniger vom lokalen Befund abhängig als von präexistenter Komorbidität und bereits eingetretenen Organkomplikationen. Die Klappenrekonstruktion ist bei den gegebenen technischen Möglichkeiten sowohl aufgrund des Kurz- als auch des Langzeiterfolges dem Klappenersatz vorzuziehen, bei ischämischer Papillarmuskelruptur ist meist ein Klappenersatz erforderlich.
 
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