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Kocher AA et al.  
Stammzelltherapie bei Herzerkrankungen - Status quo

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2004; 11 (6): 259-268

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Keywords: HerzerkrankungKardiologieStammzelleTherapie

Trotz enormer Fortschritte im Bereich der pharmakologischen Therapie, der Herzchirurgie, der Verwendung von mechanischen Herzunterstützungssystemen sowie auf dem Gebiet der Herztransplantation, sterben mehr als die Hälfte der Patienten mit Herzversagen innerhalb von fünf Jahren nach Diagnosestellung. Die "zelluläre Kardiomyoplastie" - die intramyokardiale Transplantation verschiedener Zelltypen zur Verbesserung der Herzfunktion - ist ein vielversprechender Ansatz sowohl zur Vermeidung als auch zur Behandlung von Herzversagen. Der hier vorliegende Übersichtsartikel beschreibt den Status quo dieses neuen Konzepts sowie die Aussichten dieser Methode, in die Praxis der klinischen Medizin Einzug zu halten. Da die funktionelle Wiederherstellung von geschädigtem Myokardeine große Herausforderung darstellt, hat die Entwicklung von Strategien zur Verhinderung von kardialem Remodelling und Organversagen nach Herzinfarkt höchste Priorität. Rezente wissenschaftliche Untersuchungen geben Hinweis darauf, daß ver-schiedene Zelltypen wie adulte und embryonale Stammzellen, Myoblasten aus der Skelettmuskulatur, fetale Kardiomyozyten sowie Fibroblasten zur Reparatur des Schadens nach Herzinfarkt eingesetzt werden können. Die Mechanismen hierbei umfassen sowohl die Schaffung neuer Blutgefäße zur Versorgungvon überlebenden, aber unterversorgten Herzmuskelzellen im Randgebiet des Infarktes, als auch den Ersatz geschädigter Muskelzellen. Autologe Knochenmarkstammzellen sowie Myoblasten werden imRahmen klinischer Studien schon jetzt beim Menschen angewandt, und erste Ergebnisse stimmen optimistisch. Es werden weitere Strategien entwickelt, um die Zellapplikation, -migration und das Zellüberleben im geschädigten Herzen zu optimieren. Ausgehend von den vorliegenden Daten ist zu erwarten, daß die Zelltherapie in absehbarer Zeit einen festen Platz in der Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen einnehmen wird.
 
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