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Unger FM, Viernstein H  
Probiotika: Regenerierende, prophylaktische und adjuvant-therapeutische Anwendungen

Journal für Ernährungsmedizin 2004; 6 (2) (Ausgabe für Österreich): 24-29

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Keywords: adjuvante TherapieAllergieDarmentzündungDarmfloraDiarrhoeHarnwegsinfektionImmunmodulationKolonkarzinomProbiotikaProphylaxe

Probiotika sind definierte lebende Mikroorganismen, welche den Darm in aktiver Form erreichen und dort gesundheitlich wünschenswerte Wirkungen entfalten. Probiotika werden in verschiedenster Form als Nahrungsmittel, Nahrungsergänzungsmittel und als pharmazeutische Spezialitäten angewandt. Nützliche Wirkungen von Probiotika werden im allgemeinen auf eine Reihe von typischen Wirkmechanismen zurückgeführt. Dazu zählen die Verdrängung schädlicher Keime durch Nahrungskonkurrenz oder Produktion bakterizider Substanzen; die Produktion kurzkettiger Fettsäuren wie Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure als Nährstoffe für die Dickdarmschleimhaut und zur Erzeugung eines schwach sauren Milieus; und schließlich die durch probiotische Mikroorganismen und ihre Zellwandbestandteile hervorgerufene immunmodulierende Wirkung auf das mit dem Darm assoziierte Lymphgewebe. In der vorliegenden Übersicht werden klinisch etablierte wie auch experimentelle Anwendungen von Probiotika in drei Gruppen diskutiert. Diese betreffen 1. die Verabreichung von Probiotika zur Substitution oder Regenerierung der Darmflora, wenn diese infolge von Durchfallerkrankungen, Antibiotikabehandlung oder Strahlentherapie geschädigt oder zerstört worden ist; 2. die Prophylaxe mit Hilfe von Probiotika, sei es in allgemeiner Form durch unspezifische Immunstimulation oder spezifisch gegen durch Rotaviren verursachten Säuglingsdurchfall, gegen Reisedurchfälle, gegen Allergien oder gegen das Dickdarmkarzinom; und schließlich 3. die Verabreichung von Probiotika zu adjuvanten Therapien von Infektionen der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori; von Reizdarm, Morbus Crohn und ulzerativer Kolitis sowie von Infektionen des weiblichen Harn- und Genitaltrakts. Im letzten Abschnitt werden einige Kriterien für die Auswahl geeigneter Probiotika sowie die bei der Herstellung geeigneter Darreichungsformen im Lebensmittel- und Pharmabereich relevanten pharmazeutisch-technologischen Aspekte besprochen. Am Beispiel Prophylaxe von Reisediarrhoe, werden vergleichende klinische Studien mit verschiedenen probiotischen Stämmen diskutiert, von welchen einige erfolglos verlaufen sind, andere dagegen zu erfolgreich angewandten registrierten Arzneispezialitäten geführt haben. Abschließend ist eine Entwicklung erkennbar, in deren Verlauf die Anwendung von probiotischen Mikroorganismen zunehmend über den traditionellen unspezifisch-prophylaktischen Bereich hinaus fortschreitet. Dabei werden durch sorgfältige Auswahl geeigneter Stämme und deren zweckdienliche Formulierung innovative Präparate entwickelt, die zur spezifischen Prophylaxe oder adjuvanten Therapie zahlreicher Erkrankungen geeignet sind.
 
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