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Wawrzyn H, Hesch R-D  
Brustkrebs: Karzinogenese und Prävention unter Berücksichtigung hormoneller und molekulargenetischer Aspekte - ein Paradigmenwandel

Journal für Menopause 1999; 6 (2) (Ausgabe für Schweiz): 24-43
Journal für Menopause 1999; 6 (2) (Ausgabe für Deutschland): 21-41
Journal für Menopause 1999; 6 (2) (Ausgabe für Österreich): 24-43

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Keywords: BrustkrebsKarziogeneseMenopauseMenstruationszyklus

Epidemiologische Untersuchungen haben gezeigt, daß eine Familienanamnese für Brustkrebs, eine benigne Mastopathie, eine frühe Menarche, regelmäßige (ovulatorische) Menstruationszyklen, eine späte Menopause, eine späte ausgetragene erste Schwangerschaft und Nulliparität zu einem erhöhten Mammakarzinomrisiko bei den betroffenen Frauen führen. All diesen Risikofaktoren ist die Beziehung zu den Sexualhormonen gemeinsam. Es ist Aufgabe der nächsten Forschungsebene, die epidemiologischen Kenntnisse in ein biologisches Verständnis (auf molekularer und zellulärer Ebene) für die Entwicklung von Brustkrebs umzusetzen unter Berücksichtigung der hormonellen Einflüsse auf die Entwicklung einer malignen Transformation, ausgelöst durch eine Anhäufung von somatischen, also erworbenen Mutationen bei eventuell bereits vorhandenen genomischen, also ererbten Mutationen. Das zyklische Wechselspiel von Östrogen und Gestagen innerhalb des Menstruationszyklus führt zu einer immer wiederkehrenden Stimulation des Brustepithels in der zweiten Zyklushälfte und öffnet damit das Fenster der Mutabilität neu in jedem Menstruationszyklus. Entscheidenden Einfluß auf den Proliferationsgrad des Brustepithels hat die Gesamthormonwirkung pro Zeiteinheit, also das Integral der Hormonkonzentration am Wirkort. Eine Hormonkonzentration innerhalb eines bestimmten, als "eumitotic range" bezeichneten Levels führt nicht zu einer Stimulation des Brustepithels, wodurch das genetische Material gegenüber mutagenen Einflüssen geschützt ist. Ziel einer Präventionsstrategie, um der weiter ansteigenden Inzidenz des Mammakarzinoms entgegenzuwirken, muß daher die Entwicklung entsprechender hormonaler Maßnahmen sein, die geeignet sind, die "hypermitotische" und somit mutationsauslösende Proliferation von der Brust zu nehmen und eine Einstellung innerhalb eines "eumitotic range" zu erreichen. Dies kann durch eine kontrazeptive Pille für prämenopausale Frauen gelingen, welche die endogene Hormonstimulation unterdrückt, und selbst keine Stimulation hervorruft. Eine solche Pille würde zu einer Unterdrückung des Menstruationszyklus führen. Bei postmenopausalen Frauen sollte eine individuell steuerbare, kontinuierlich-kombinierte Hormonersatztherapie angestrebt werden. Darüber hin-aus bedarf es der Entwicklung spezieller Untersuchungsmethoden, den jeweiligen "eumitotic range" individuell zu ermitteln, um somit die entsprechende Dosierung der hormonellen Behandlung festlegen zu können.
 
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