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Peck-Radosavljevic M  
HIV-HCV-Co-Infektion: Verlauf und Therapie

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2004; 2 (Sonderheft 1): 21-24

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Keywords: antiretrovirale TherapieHAARTHCV-InfektionHepatologieHIV-InfektionLebertransplantation

Eine Co-Infektion mit dem Hepatitis C Virus liegt bei ungefähr einem Drittel aller HIV-Infektionen vor, wobei i.v.-Drogenabusus und Hämophilie klare Risikofaktoren sind. Durch die bessere Kontrolle der HIV-Infektion und die daraus resultierende verminderte AIDS-assoziierte Mortalität hat sich in dieser Patientengruppe das Leberversagen zur wichtigsten Todesursache entwickelt. Dies liegt auch daran, daß die Fibroseprogression bei Co-Infektion zumindest doppelt so schnell verläuft wie bei HCV-Monoinfektion, wobei eine gute Immunlage, spontan oder durch hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) auch den Verlauf der HCV-Infektion günstig beeinflußt. In den letzten Jahren wurden vermehrt Anstrengungen zur Bekämpfung der chronischen Hepatitis C bei den Co-Infizierten unternommen, die Ergebnisse der ersten großen Studien liegen nun vor. So wie bei der HCV-Monoinfektion werden die besten Ergebnisse durch eine Kombinationstherapie mit pegyliertem Interferon-α und Ribavirin erzielt, wobei die Heilungsraten in der besten Studie mit 40 % bei allen Patienten bzw. 29 % bei Patienten mit Genotyp 1-Infektion deutlich unter den zu erwarteten Heilungsraten bei Monoinfektion liegen. Auch sonst weisen co-infizierte Patienten einige Besonderheiten auf: Während die 12-Wochen-Stopregel auch bei Co-Infektion Gültigkeit hat, so ist die auf 24 Wochen verkürzte Therapiedauer für Patienten mit Genotyp 2/3-Infektion nicht indiziert und auch die Besonderheiten der Medikamenteninteraktion mit der retroviralen Therapie verdienen besondere Beachtung. Da die Lebertransplantation bei Co-Infektion erst im experimentellen Stadium und durchaus problembehaftet ist, haben antifibrotische Strategien mit dem Ziel, die Krankheitsprogression zu stoppen, eine besondere Bedeutung bei Co-Infektion. Studien über verlängerte Therapieregime zur Viruselimination oder IFN-basierte Dauertherapien zur Fibroseretardierung liegen aber derzeit noch nicht vor.
 
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