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Auer J et al.  
Pseudoaneurysma des Herzens als seltene Ursache für eine Linksherzdekompensation bei einer 69-jährigen Patientin

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 1998; 5 (9): 386-391

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Keywords: KardiologieLinksherzinsuffizienzPseudoaneurysma

Die Linksherzinsuffizienz stellt in der klinischen Kardiologie eines der häufigsten Krankheitsbilder dar. Ursächlich sind für eine Pumpinsuffizienz des linken Ventrikels in der überwiegenden Anzahl der Fälle koronare oder hypertensive Myokardschädigungen, primäre myokardiale Funktionsstörungen und Klappenvitien verantwortlich zu machen. Eine rasche und exakte Diagnostik ist jedoch erforderlich, um insbesondere seltene, jedoch potentiell einer unmittelbaren kausalen Therapie zugängliche Ursachen (Herztumor, Aneurysma bzw. Pseudoaneurysma der Herzwand, Perikarderguß, Hämatoperikard) für eine systolische oder diastolische Störung der kardialen Pumpfunktion zu erkennen. Wir berichten über eine 69-jährige Patientin, bei der vor drei Jahren als koronares Erstereignis ein nicht transmuraler Posterolateralinfarkt aufgetreten ist. Der Postinfarktverlauf war komplikationslos, in den Folgejahren bestanden bei guter Leistungstoleranz keine pektanginösen Beschwerden und klinisch keine Zeichen einer Herzinsuffizienz. 3 Jahre später ist es innerhalb einer Woche zu einer progredienten Linksherzinsuffizienzsymptomatik ohne pektanginöse Beschwerden gekommen. Hinweise für ein akutes myokardischämisches Geschehen fanden sich elektrokardiographisch und serologisch nicht. Echokardiographisch konnte im posterolateralen Wandbereich ein etwa 5x7 cm großes Pseudoaneurysma der Herzwand mit parietalen thrombotischen Auflagerungen dokumentiert werden. Die Kontraktionsfunktion des Restmyokards war unauffällig, für ein Klappenvitium bestand kein Anhaltspunkt. Es wurde eine rasche chirurgische Sanierung mit Aneurysmaresektion und Wiederherstellung der Ventrikelgeometrie mittels Patchplastik (Dacronvelour) vorgenommen. Nach unkompliziertem perioperativem Verlauf konnte postoperativ eine gute globale linksventrikuläre Pumpfunktion dokumentiert werden. Die Patientin wurde am 10. postoperativen Tag in gutem Allgemeinzustand aus der stationären Pflege entlassen. Die Echokardiographie eignet sich als nicht invasive und rasch verfügbare Untersuchungsmethode zur exakten Diagnostik der Linksherzinsuffizienz und ermöglicht die frühzeitige Erkennung seltener, jedoch potentiell vital bedrohlicher Pathologien, die einer raschen spezifischen Therapie zugeführt werden müssen.
 
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