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van Trotsenburg MAA et al.  
Die hormonelle Behandlung transsexueller Personen

Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie - Journal of Reproductive Medicine and Endocrinology 2004; 1 (3): 171-183

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Keywords: EndokrinologieFrauHormontherapieMannRisikoTherapieTranssexualität

Die psychiatrische Diagnose Transsexualität wird bei kontrasexuell identifizierten Personen gestellt und stellt die wohl extremste Form einer Geschlechtsidentitätsstörung dar. Neben psychiatrischen und psychotherapeutischen Interventionen sowie der operativen Angleichung an das gewünschte Geschlecht ist die gegengeschlechtliche Hormontherapie ein bedeutender Pfeiler des Behandlungsprozesses. Sie hat weitreichende teils irreversible Konsequenzen. Dieser Beitrag beschreibt die Hormontherapie in der besonderen Indikation "Transsexualität" unter Berücksichtigung des Kontextes. Die Hormontherapie supprimiert die genuinen, aber unerwünschten sekundären Geschlechtscharakteristika und induziert, mehr oder weniger ausgeprägt, die Ausbildung der Geschlechtscharakteristika des gewünschten anderen Geschlechts. Die Therapie hat ein erhebliches Risikopotential. Nach der hormonell induzierten äußerlichen Angleichung an das gewünschte Geschlecht und der operativen Geschlechtskonversion muß eine Hormontherapie jahre-, manchmal jahrzehntelang fortgesetzt werden. Nicht wenige transsexuelle Personen verzichten nach der operativen Geschlechtsanpassung auf weitere professionelle Betreuung, einerseits aus Sorge vor "Pathologisierung" ihres Zustandes, andererseits aus Unkenntnis über mögliche (Langzeit-) Folgen der hochdosierten gegengeschlechtlichen Hormontherapie. Risikoscreening und Adaption der notwendigen Therapie an das individuelle Risikoprofil, Optimierung von Lifestyle-Faktoren sowie regelmäßige Checkups können dazu beitragen, das immanente Risiko der gegengeschlechtlichen Hormontherapie auf ein vertretbares Maß zu senken. Kontrollen erfassen unterschiedliche Bereiche, wie kardiovaskuläre Parameter, Lipidprofil, Osteodensitometrie, die Brustdrüse, die Genitalorgane u.v.m., und lassen sich nicht auf einen basalen Hormonstatus von 17β-Estradiol und Testosteron reduzieren. Vorliegende Daten zeigen, daß Transsexuelle unter der Voraussetzung einer optimalen Betreuung ein mit der allgemeinen Bevölkerung vergleichbares Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko aufweisen. Die Notwendigkeit einer professionellen somatischen Betreuung dieser Personengruppe wird zunehmend erkannt. Die lebenslang notwendige komplexe Behandlung wird am effektivsten durch spezialisierte, interdisziplinär arbeitende Transgender-Teams gewährleistet.
 
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