Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Summary
Dobnig H et al.  
Chronische cholestatische Lebererkrankungen und metabolische Knochenstoffwechselstörungen

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2004; 2 (3): 23-29

Volltext (PDF)    Summary    Abbildungen   

Abb. 1: Primär-biliäre Zirrhose - Lendenwirbelsäule



Keywords: HepatologieKnochenstoffwechselLeberOsteodystrophieOsteoporose

Eine mögliche Komplikation einer chronischen cholestatischen Lebererkrankung ist die Entwicklung einer metabolischen Knochenstoffwechselstörung, die aufgrund niedriger Knochenanbau- und erhöhter -abbauraten zu einer Osteoporose führen kann. Histologische Untersuchungen ergaben eine überwiegende Beeinträchtigung der Osteoblastenproliferation und weniger eine verminderte Osteoidsyntheseleistung des einzelnen Osteoblasten. Die Ursachen dafür könnten in einer verminderten hepatischen IGF-1-Syntheseleistung liegen oder mit der Bilirubinerhöhung im Zusammenhang stehen. Ähnlich wie bei der postmenopausalen Osteoporose sind neben dem Geschlecht und Alter das Körpergewicht sowie der Menstruationsstatus klinisch wichtige Determinanten der Knochenmasse. Bislang wenig gut charakterisiert ist die Rolle des Vitamins D bzw. die anderer fettlöslicher Vitamine, wie auch die Auswirkung des Schweregrades und die Dauer der cholestatischen Lebererkrankung auf das Gleichgewicht im Knochenumbau. Eine Knochendichteuntersuchung sollte idealerweise bereits bei Diagnosestellung der cholestatischen Lebererkrankung erfolgen und ist besonders indiziert bei Patienten mit anamnestischer Fraktur, bei diagnostizierter Leberzirrhose oder bei solchen, die eine 3-monatige oder längere Kortisontherapie benötigen. Die Osteodensitometrie sollte zudem auch fixer Bestandteil einer Leber-Transplantationsvorbereitung sein. Auf eine ausreichende Kalzium- bzw. Vitamin D-Versorgung sollte bei allen Patienten geachtet werden. Bei Patienten mit WHO-Kriterien einer Osteoporose entweder am Schenkelhals oder an der LWS sollte vorzugsweise mit Bisphosphonaten (nur bei nicht vorhandenen Ösophagusvarizen) behandelt werden. Bei frühzeitiger Menopause (vor 45) gibt es Studien, welche die Wirksamkeit von Östrogenpräparaten belegen, ohne gleichzeitige Hinweise auf eine Verschlechterung der Cholestase. Hier sollte die Therapie sorgfältig gegenüber möglichen Risiken abgewogen werden.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung