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Auer J et al.  
Chronische Infektion, Inflammation und koronare Herzkrankheit

Journal für Kardiologie - Austrian Journal of Cardiology 2004; 11 (12): 503-510

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Keywords: AntibiotikumAtheroskleroseInfektioninflammationKardiologieKHKKoronare HerzkrankheitPlaqueStudie

Vulnerable atherosklerotische Plaques enthalten große Mengen an Entzündungszellen (Makrophagen und T-Lymphozyten). Hs-CRP (high-sensitivity C-reactive protein), ein Serummarker für systemische Entzündungen, ist bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit erhöht und liefert wichtige Informationen über die kurz- und langfristige Prognose von Patienten mit instabiler Angina pectoris. Außerdem sind erhöhte hs-CRP-Werte bei gesunden Männern und Frauen mit einem erhöhten Risiko für künftige kardiale Ereignisse assoziiert. Obwohl der entzündliche Prozeß eine wesentliche Rolle in der Atherogenese spielt und ein potentielles Ziel für interventionelle Maßnahmen darstellt, sind die primär- und sekundärpräventiven Effekte antiinflammatorischer Behandlungen bislang nicht bekannt. Es fanden sich Hinweise auf einen günstigen antiinflammatorischen Effekt von Aspirin auf die Prävention koronarer Ereignisse. Vor kurzem wurde festgestellt, daß eine Langzeittherapie mit Statinen zu einer LDL-unabhängigen Senkung der hs-CRP-Werte führt. Neuere Forschungsergebnisse, die einen Zusammenhang zwischen Entzündungsmarkern und kardiovaskulärem Risiko aufzeigen, sind zweifelsohne spektakulär. Aufgrund der relativen Unspezifität dieser Entzündungsmarker muß ihr potentieller Nutzen in der klinischen Routine jedoch noch nachgewiesen werden. Derzeit existieren noch keine überzeugenden Beweise, daß ein Screening von Entzündungsmarkern wie hs- CRP Vorteile für die Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen ergibt. Ein möglicher Zusammenhang zwischen Infektionskrankheiten und Entwicklung einer Atherosklerose stellt zwar eine faszinierende Perspektive dar, ist jedoch bislang weitgehend hypothetischer Natur. In verschiedenen Studien wurden bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit erhöhte Titer von Antikörpern gegen Infektionserreger nachgewiesen. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um das Zytomegalievirus (CMV) oder um die bakteriellen Erreger Helicobacter pylori ( H. pylori) und Chlamydia pneumoniae (C. pneumoniae). Der stärkste Verdacht richtet sich gegenwärtig gegen C. pneumoniae. In letzter Zeit zeigte sich in verschiedenen umfangreichen klinischen Studien, an denen mehr als 5.000 Patienten mit bekannter koronarer Herzkrankheit teilgenommen hatten, daß eine Antibiotikabehandlung im Vergleich zu Placebo zu keinem eindeutig positiven Effekt führte. Das Screening von Infektionskrankheiten und eine spezifische erregergerichtete antibiotische Behandlung erscheinen derzeit weder zur Primär- noch zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen gerechtfertigt.
 
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