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Prognosefaktoren des schweren Schädel-Hirn-Traumas

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2004; 5 (4): 7-22

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Keywords: BehandlungNeurologiePrognoseSchädel-Hirn-Trauma

Die Akutprognose des schweren Schädel-Hirn-Traumas (SHT) hat sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verbessert. Die Prognose hängt nicht nur von der Primärschädigung des Gehirns zum Unfallzeitpunkt ab, sondern auch von den Sekundärschäden und nachfolgenden Komplikationen. Art und Ausmaß der traumatischen Hirnschädigung finden ihren Ausdruck in der Schwere und Dauer der neurologischen Symptomatik, vor allem der Bewußtseinslage und Hirnstammfunktionsstörung. In Studien mit multivariatem statistischem Ansatz wurden die Tiefe der Bewußtlosigkeit (meist mittels der Glasgow Coma Scale erfaßt), die Hirnstammreflexe, das Vorliegen einer zusätzlichen Hypoxie, initiale Hirndruckwerte sowie das Lebensalter als unabhängige frühe Prädiktorvariablen nachgewiesen. Je schwerer die neurologischen Ausfälle und je länger die anfängliche Bewußtlosigkeit, desto schlechter die Erholung; je älter der Patient, desto schlechter die Kompensationsfähigkeit; je länger die Bewußtlosigkeit, desto geringer die Überlebenschance oder die Chance, ohne Defekte weiterzuleben. Die Dauer der posttraumatischen Amnesie erlaubt eine Abschätzung des vorhandenen Wiederherstellungspotentials. Ein breites Spektrum von neuroradiologischen, neurophysiologischen und neuronuklearmedizinischen Untersuchungsmethoden kann sich als hilfreich bei der Prognoseevaluation erweisen. Unumstritten ist eine zerebrale Vorschädigung in ihrer Signifikanz für die Rehabilitationsprognose nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma. Funktionen, die nach 2 Jahren intensiver Rehabilitation nicht wiedergekehrt sind, bleiben für immer verloren. Hingegen sind Persönlichkeits- und psychosoziale Faktoren in ihrer prognostischen Einschätzung nicht ausreichend eingeordnet. Aufgrund der Heterogenität der Verletzungsmuster, der unterschiedlichen Kriterien der Beurteilung des Schweregrades und des Behandlungsergebnisses sowie einer Vielzahl an methodischen Problemen bleibt die Prognose nach schwerem SHT weiterhin schwierig. Dabei ist die Vorhersagbarkeit für den Endpunkt Überleben oder Tod akkurater als für das Ausmaß neurologischer Behinderungen.
 
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