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Kowalcek I  
Akzeptanz von Mehrlingsschwangerschaften bei unerfülltem Kinderwunsch

Journal für Fertilität und Reproduktion 2004; 14 (4) (Ausgabe für Österreich): 13-17
Journal für Fertilität und Reproduktion 2004; 14 (4) (Ausgabe für Schweiz): 12-15

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Abb. 1: Einlingswahl Abb. 2: Zwillingswahl Abb. 3: Drillingswahl



Keywords: assistierte ReproduktionMehrlingsschwangerschaftReproduktionsmedizinSchwangerschaftStudieunerfüllter Kinderwunsch

Einleitung: Die Einführung der assistierten Reproduktion vor mehr als 20 Jahren und ihre rasche Entwicklung hat zu einem deutlichen Anstieg der Mehrlingsschwangerschaften und Mehrlingsgeburten geführt. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Akzeptanz von Mehrlingsschwangerschaften trotz der bestehenden hohen Risiken bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch zu erfassen. Methode: Eine Konsekutivstichprobe von Patientinnen unter ovarieller Stimulation zur assistierten Reproduktion wurde hinsichtlich der jeweiligen Erwartung des Schwangerschafteintritts sowie der jeweiligen Erwünschtheit einer Einlings-, Zwillings- und Drillingsschwangerschaft befragt. Die Dauer des Kinderwunsches, die vorausgegangenen Sterilitätsbehandlungen sowie die vorausgegangenen Schwangerschaften wurden erfaßt. Ergebnisse: Die Stichprobe umfaßte 221 Patientinnen, im mittleren Alter von 32,3 ± 5,1 Jahre (range 21– 42), die Dauer des Kinderwunsches betrug im Mittel 4,4 ± 2,7 Jahre (range 0,5–15 Jahre), die Frauen waren bei Aufkommen des Kinderwunsches im Mittel 27,2 ± 2,4 Jahre alt. Im Mittel erwarten die Befragten den Eintritt einer Einlingsschwangerschaft zu 53,3 %, den Eintritt einer Zwillingsschwangerschaft zu 31 % sowie den Eintritt einer Drillingsschwangerschaft zu 12,7 %. Bei angenommener Wahlmöglichkeit würden sich auf jeden Fall für eine Einlingsschwangerschaft die Befragten zu 88,6 % entscheiden, eine Zwillingsschwangerschaft wird zu 41,9 % auf jeden Fall gewünscht und für eine Drillingsschwangerschaft würden sich 16,6 % auf jeden Fall entscheiden. Signifikante Unterschiede (Mann-Whitney-U-Test) bestehen zwischen dem Grad der Erwünschtheit einer Zwillingsschwangerschaft und der Anzahl der vorangegangenen Behandlungen (p = 0,050) sowie der Erwünschtheit einer Drillingsschwangerschaft und der Anzahl der vorausgegangenen Sterilitätsbehandlungen (p = 0,008) und der Schulbildung (p = 0,033). Schlußfolgerung: Auf Seiten der Patientinnen bestehen überhöhte Erwartungen an den Erfolg der reproduktionsmedizinischen Behandlung. Nach vorausgegangenen frustranen Behandlungen sind die Patientinnen in besonderem Maße bereit, Mehrlingsschwangerschaften zu akzeptieren, trotz der bekannten medizinischen und psychosozialen Risiken. Diese Erkenntnis sollte bei der individuellen Beratung der Patientinnen und ihrer Partner vor dem Embryo-Transfer mehr als bisher angesprochen werden.
 
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