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Müller A et al.  
Der Einfluß einer kontinuierlich-kombinierten Hormonersatz-Therapie mit Estradiolvalerat und Dienogest auf das Blutungsverhalten und das Endometrium postmenopausaler Frauen

Journal für Menopause 1998; 5 (3) (Ausgabe für Schweiz): 25-30
Journal für Menopause 1998; 5 (3) (Ausgabe für Deutschland): 15-20
Journal für Menopause 1998; 5 (3) (Ausgabe für Österreich): 17-22

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Keywords: BlutungDienogestkontinuierlich-kombiniertMenopauseÖstradiolvalerat

Ziel: Dienogest (DNG, 17alpha-Cyanomethyl-17beta-hydroxy-4,9- estradien-3-on) repräsentiert einen neuen Typ der 19-Norgestagene. Es zeigt bezüglich der antiandrogenen Partialwirkung Ähnlichkeiten zu den C21-Progesteronderivaten. Deshalb sollte die Brauchbarkeit dieses Gestagens für die Entwicklung eines neuen Hormone Replacement Therapy (HRT) Regimes untersucht werden. Methoden: In einer offenen, randomisierten klinischen Studie wurde die Kombination aus 2,0 mg Estradiolvalerat mit je einer der 5 Dosierungen von DNG (0,5, 1, 2, 3 und 4 mg/Tag) an 120 postmenopausalen Frauen für ein blutungsfreies HRT-Regime getestet. Das Blutungsmuster über 6 Behandlungszyklen und die Endometriumhistologie am Ende der Untersuchungsperiode waren die Hauptzielkriterien der Dosisfindungsstudie. Zusätzlich wurden die klimakterischen Beschwerden, wie vasomotorische, neurologische und urogenitale Symptome zur Beurteilung der Wirksamkeit erfaßt. Die Vergleichbarkeit der Basisdaten, wie Alter, Gewicht, Blutdruck und Zeit nach Eintreten der Menopause, war zwischen den Dosisgruppen sichergestellt. Ergebnisse: In den Gruppen mit 0,5, 1, 2, 3 und 4 mg DNG wurden bei 24,0, 34,6, 37,5, 27,3 und 56,5 % der Patientinnen Blutungen während der 6-monatigen Behandlung festgestellt. Die Blutungshäufigkeit verringerte sich im Beobachtungszeitraum kontinuierlich in allen Dosisgruppen. Am Ende der Behandlung waren in der 3-mg-Gruppe 93,3 % der Frauen amenorrhoeisch. Unter den angegebenen Gestagendosierungen wurden bei 8,0, 38,5, 37,5, 63,6 bzw. 78,3 % der Patientinnen atrophische Endometrien gefunden. Ein pro-liferatives Endometrium wurde bei 20,0, 19,2, 8,3, 9,1 bzw. 8,5 % der Frauen festgestellt. Die Veränderungen am Endometrium waren dosisabhängig. Eine Hyperplasie des Endometriums trat nicht auf. Der Index der klimakterischen Beschwerden wurde bereits nach 2-monatiger Behandlungsdauer deutlich reduziert. Dieser Effekt war bei den beiden höchsten Gestagendosierungen nicht so deutlich ausgeprägt, was eine Interaktion von DNG mit dem östrogen-bedingten Benefit vermuten läßt. Schlußfolgerungen: Wie anhand des Blutungsmusters, der Endometriumhistologien und der Reduktion der klimakterischen Beschwerden gezeigt werden konnte, eignen sich die Dosierungen von 2 und 3 mg DNG am besten für ein kontinuierlich-kombiniertes HRT-Regime. Weitere Belege für die Brauchbarkeit dieser Substitutionsform müssen in einer Studie zur endometrialen Sicherheit und einer Studie zum Einfluß der Kombination auf verschiedene Stoffwechselbereiche erbracht werden.
 
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