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Hormonersatztherapie und Mammakarzinom

Journal für Menopause 1998; 5 (Sonderheft 1) (Ausgabe für Österreich): 2-7

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Keywords: BrustkrebsMammakarzinomMenopause

In den westlichen Industrieländern ist die Inzidenz des Mammakarzinoms im Ansteigen begriffen. In ca. 6 bis 16 % aller Fälle mit diesem Malignom liegt eine positive Familienanamnese vor, in ca. 5 % dieser Frauen wird das Vorhandensein einer Mutation des "Breast and ovarian cancer gene 1" (BRCA 1) bzw. "Breast cancer gene 2" (BRCA 2) angenommen. Als Risikofaktoren, insbesondere für postmenopausale Frauen, gelten anamnestische Daten wie frühe Menarche, Nulliparität, Zeitpunkt der ersten Geburt nach dem 30. Lebensjahr und "life style"-Faktoren wie Fehlernährung, Alkoholabusus und Fettleibigkeit. Seit geraumer Zeit wird der mögliche Einfluß von Steroidhormonen (Östrogenen, Progestagenen), die zur prä-, peri- und postmenopausalen Substitution verwendet werden, auf die Inzidenz des Brustkrebses diskutiert. Bis dato liegen zu diesem Thema die Ergebnisse einer Vielzahl, meist nicht kontrollierter Einzelstudien und sog. Metaanalysen vor, die zum Teil widersprüchlich und aufgrund unterschiedlicher Studienansätze und statistischer Methoden schwer miteinander vergleichbar sind. Erst nach Vorliegen der Resultate einer großangelegten, prospektiv randomisierten Studie in den USA ("Womens' Health lnitiative") um das Jahr 2005 werden die anstehenden Fragen in diesem Zusammenhang schlüssig beantwortet werden können. Die Interpretation der derzeit verfügbaren Ergebnisse lassen den Schluß zu, daß mit der Verabfolgung von Steroiden zur Hormonsubstitution im Klimakterium, bis zu einer Dauer von etwa 10 Jahren, wenn überhaupt, nur mit einer geringfügigen Zunahme des relativen Risikos, an einem Mammakarzinom zu erkranken, gerechnet werden muß, ohne daß damit eine Zunahme der Mortalität verbunden wäre. Erst bei längerer Substitution (> 10 Jahre) ist der Anstieg des relativen Risikos und der Sterblichkeit offensichtlich. Wägt man jedoch den Benefit und die möglichen Risiken einer Hormonersatztherapie im Sinne einer Gesamtbilanz gegeneinander ab, fällt diese in jedem Falle, berücksichtigt man den Gewinn an Lebensqualität, die Abnahme des kardiovaskulären Risikos, den Rückgang der Häufigkeit osteoporotischer Frakturen und der Inzidenz des Mb. Alzheimer u.a.m., zugunsten einer derartigen Substitution aus.
 
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