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Maruschke M, Seiter H  
Urothelkarzinome des oberen Harntraktes: Retrospektive Studie zu Diagnostik, Tumorcharakteristika und Therapie bei 28 Patienten

Journal für Urologie und Urogynäkologie 2005; 12 (1) (Ausgabe für Österreich): 5-14
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2005; 12 (1) (Ausgabe für Deutschland): 4-11
Journal für Urologie und Urogynäkologie 2005; 12 (1) (Ausgabe für Schweiz): 5-13

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Abb. 1: Ureterkarzinom Abb. 2: Ureterkarzinom Abb. 3: Ureterkarzinom Abb. 4: Nierenbeckenkarzinom Abb. 5: Nierenbeckenkarzinom Abb. 6: Urothelkarzinom



Keywords: Oberer HarntraktOnkologieStudieUrologieUrothelkarzinom

Urotheliale Tumoren des oberen Harntraktes sind selten. Sie repräsentieren nur etwa 5 % aller Urothelkarzinome. In der vorliegenden Studie wurden Tumorparameter, demographische Faktoren, diagnostische und therapeutische Maßnahmen sowie die Follow-up-Daten von 28 Patienen mit Urothelkarzinomen des oberen Harntraktes analysiert und retrospektiv bezüglich der Effektivität diagnostischer Methoden (Urinzytologie, Ausscheidungsurogramm, retrogrades Ureteropyelogramm, CT, Endoskopie) sowie hinsichtlich des therapeutischen Vorgehens ausgewertet. Zusätzlich fanden das histopathologische Tumorstaging, das Grading der Tumoren sowie die Rezidivhäufigkeit und das Patientenüberleben Berücksichtigung. Die Hauptsymptome waren eine Hämaturie in 60,0 % und Flankenschmerzen in 39,0 %. Eine Urinzytologie wurde bei 17 Patienten (60,7 %) durchgeführt, mit richtig-positivem Ergebnis in 8 Fällen (47,0 %). Folgende radiologische Untersuchungsmethoden kamen zur Anwendung: 21 Patienten 75,0 %) erhielten ein Ausscheidungsurogramm (AUG), 15 Patienten (53,5 %) ein retrogrades Ureteropyelogramm (RUP) und 25 Patienten (89,3 %) ein CT. Eine Tumoridentifikation gelang mit AUG bei 14 Patienten (66,6 %), mit RUP bei 14 Patienten (93,3 %) und mit CT bei 20 Patienten (80,0 %). Eine Ureterorenoskopie wurde bei 13 Patienten (46,4 %) durchgeführt, davon mit richtig-positivem Ergebnis in 10 Fällen (77,0 %). Eine chirurgische Therapie erhielten alle 28 Patienten; in 24 Fällen erfolgte eine radikale Nephroureterektomie (86 %). Das mittlere Follow-up betrug 56,6 Monate (Range: 2–97 Monate). 8 Patienten (28,5 %) entwickelten ein rezidivierendes Urothelkarzinom in der Harnblase nach durchschnittlich 23,1 Monaten. 4 Patienten (14,28 %) verstarben im Tumorprogreß nach durchschnittlich 12,25 Monaten (Range: 2–23 Monate). Bei Patienten mit Hämaturie und/oder Flankenschmerzen muß das Vorliegen eines Urotheltumors des oberen Harntraktes differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden. Die Computertomographie ist die radiologische Methode der Wahl für die bildgebende Tumordiagnostik, aber nur die Kombination von mehr als einer radiologischen Untersuchungsmethode und endoskopischer Diagnostik kann die Diagnose verifizieren. Die Urinzytologie kann hilfreich sein, besitzt jedoch nur eine begrenzte Wertigkeit. 75 % der Urothelkarzinome des oberen Harntraktes zeigen ein invasiveres Wachstum als das Ta-Stadium. Eine radikale chirurgische Therapie ist für die Mehrheit der Patienten (86 %) die Therapie der Wahl. 28,5 % der Patienten entwickeln ein urotheliales Tumorrezidiv in der Harnblase. Patienten mit Tumoren des oberen Harntraktes benötigen demzufolge eine engmaschige urologische Nachsorge.
 
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