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Fallbeschreibung
Schima W et al.  
Aktuelle Bilder: Akute nekrotisierende Pankreatitis mit pankreatiko-pleuralter Fistel

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2005; 3 (2): 41

Volltext (PDF)    Fallbeschreibung    Abbildungen mit Filmsequenzen   

Abb. 1: Fistel vom D. pancreaticus in die Bursa omentalis reichend Abb. 2a: Plastikstent - Pankreasnekrose Abb. 2b: Coronale MDCT-Rekonstruktion der Fistel Abb. 2c: Coronale MDCT-Rekonstruktion der Fistel
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Keywords: EndoskopieFallberichtFistelGastroenterologieHepatologiePankreatitisRadiologie

Die stationäre Aufnahme der 38-jährigen Patientin erfolgte wegen gürtelförmig ausstrahlender Oberbauchschmerzen mit deutlich erhöhten Amylase- und Lipasewerten bei anamnestisch bekannter chronischer Pankreatitis infolge Alkohol und Nikotinabusus. Vier Tage nach Aufnahme kam es zum Auftreten zunehmender Dyspnoe infolge eines ausgedehnten Pleuraergusses re., welcher vorerst punktiert und in weiterer Folge drainiert wurde. Bei einem Amylasegehalt von > 4000 U/l wurde der Verdacht einer pankreatikopleuralen Fistel gestellt und eine ERCP durchgeführt. In der ERCP (Abb. 1) fand sich eine Fistel vom D. pancreaticus in die Bursa omentalis reichend (Pfeile), worauf ein Plastikstent in den D. pancreaticus implantiert wurde. Die daraufhin durchgeführte Multidetektor- CT (MDCT) zeigt in Abbildung 2A den liegenden Plastikstent (Pfeilspitze) und die Pankreasnekrose mit Fistelbildung (Pfeil). Die coronalen (Abb. 2b) und sagittalen MDCT-Rekonstruktionen (Abb. 2c) zeigen den weiteren Verlauf der Fistel entlang der Magenkurvatur bis ins Mediastinum (Pfeile) mit ausgedehntem Pleuraerguß rechts (Pfeilspitzen). Durch Belassen einer mehrtägigen Pleuradrainage und Sandostatingabe 0,25 mg 3 x/d s.c. kam es zu einer kontinuierlichen Reduktion der Sekretmengen. Unter antibiotischer Therapie kam es zu einem Rückgang der Entzündungswerte und einer weitgehenden Normalisierung der Pankreasenzyme, so daß die Patientin schließlich beschwerdefrei nach 4-wöchigem Spitalsaufenthalt nach Hause entlassen werden. Wenngleich ein Amylasegehalt > 4000 U/l im Pleurapunktat beweisend für eine pankreatiko-pleurale Fistel ist, ist ein bildgebende Darstellung der Fistel wichtig für die weitere Therapieentscheidung. In diesem Fall konnte durch einen Stent im Pankreasgang sowie eine Pleuradrainage die schmale Fistel zum Verschluß gebracht werden, so daß von dem Versuch eines endoskopischen Fistelverschlusses mit Fibrinkleber oder einer chirurgischen Sanierung Abstand genommen wurde.
 
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