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Mamoli B et al.  
Vagus-Nerv-Stimulation: Konsensuskonferenz des erweiterten Vorstandes des Österreichischen Sektion der Internationalen Liga gegen Epilepsie

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2005; 6 (2): 7-14

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Abb. 1: VNS-Implantation - Prozedere



Keywords: EpilepsieKonsensusNeurologieVagusnervstimulationVNS

Die Vagus-Nerv-Stimulation (VNS) wurde 1997 von der FDA als Zusatztherapie zur Anfallsreduktion bei Erwachsenen und Adoleszenten über 12 Jahre mit medikamentös-refraktären partiellen Anfällen zugelassen. Aufgrund der Verbreitung der Methode hielt es die Österreichische Sektion der Internationalen Liga gegen Epilepsie für sinnvoll, einen Konsensus betreffend der Anwendung der VNS zu erarbeiten, um einerseits die Verbreitung der Methode zu fördern und andererseits eine unreflektierte Anwendung zu vermeiden. Es wurden folgende Schlüsse gezogen: 1) Die VNS stellt bei Patienten mit fokalen oder generalisierten Epilepsien, die gegenüber Antiepileptika refraktär sind und bei denen eine resektive Operationsmöglichkeit nicht gegeben ist (mit Ausnahme der ketogenen Diät) die einzige therapeutische Option mit gesicherter Effizienz dar. 2) Die Responderraten liegen nach 3 Monaten bei 23 %. Offene Nachuntersuchungsstudien weisen nach 2 Jahren Beobachtungszeit einen Anstieg der Responderrate auf ca. 40 % nach. Anfallsfreiheit wird nur selten erreicht. 3) Generell wird die Implantation des VNS-Systems gut vertragen. Schwerwiegende Nebeneffekte sind selten. 4) Bei Kindern liegen bislang nur offene unkontrollierte und vorwiegend retrospektive Studien mit kleinen Fallzahlen vor. Bisherige Erfahrungen weisen darauf hin, daß die VNS bei symptomatischen, kryptogenen, fokalen und generalisierten schwer behandelbaren Epilepsien im Kindesalter auch unter 12 Jahren als Therapieoption in Erwägung zu ziehen ist. Die Verträglichkeit ist gut und mit jener bei Erwachsenen vergleichbar. 5) Eine Reduktion der ursprünglichen AED-Dosis ist vielfach möglich. 6) Hinsichtlich der Steigerung/Änderung der Stimulationsparameter bestehen derzeit keine gesicherten Daten für eine einheitliche Vorgangsweise. 7) Ökonomische Studien zeigten, daß nach VNS eine Kostenreduktion der direkten epilepsiebezogenen Kosten erfolgt. Diese ist vorwiegend durch eine Reduktion der stationären Tage bedingt.
 
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