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Schwärzler P et al.  
Wachstumshormon, plazentares Laktogen und Prolaktin in normalen Ovargeweben - Hinweise auf eine lokale Produktion im Ovar

Journal für Fertilität und Reproduktion 1998; 8 (4) (Ausgabe für Österreich): 29-34

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Keywords: EndokrinologieFertilitätLaktogenOvarProlaktinReproduktionWachstumshormon

Das klassische Konzept der endokrin regulierten Ovarfunktion wurde in letzter Zeit durch zahlreiche Berichte über lokal produzierte und vermutlich auto/parakrin wirksame Faktoren deutlich erweitert, deren Synthese bisher auf andere Produktionsorte, wie den Hypothalamus, die Hypophyse oder die Plazenta beschränkt zu sein schien. Für die humanen Proteinhormone Prolaktin (PRL) und Wachstumshormon (GH), deren endokrine Effekte auf die Ovarfunktion gut beschrieben sind, und für die bereits in anderen Geweben ein lokaler Wirkmechanismus beschrieben ist, konnten unsere Experimente eine intraovarielle Produktion dieser Hormone zeigen. Durch Reverse Transkriptase-Polymerase-Ketten-Reaktion (RT-PCR) und nachfolgender Restriktionsendonukleasenanalyse der PCR-Produkte konnte in dieser Untersuchung eine eutope Genexpression für Proteinhormone außerhalb der klassischen Produktionsorgane, Hypophyse und Plazenta, gezeigt werden. Mittels genspezifischer Oligonukleotidprimer wurde im Ovar die mRNA einerseits für verschiedene Genprodukte des GH/plazentares Laktogen (PL)-Genclusters, andererseits für PRL nachgewiesen. Hierbei zeigte sich, daß in humanen Ovarien diese Gene nicht nach dem Muster der Hypophyse oder Plazenta transkribiert werden, sondern daß für dieses Organ ein eigenes, unterschiedliches Expressionsmuster des GH/PL Genclusters besteht. So konnten neben PL-A/B zusätzlich noch GH-N Transkripte detektiert werden. Zusätzliche Experimente zeigten signifikante Mengen hCG in normalen Ovargeweben und eine signifikant höhere Konzentration an GH-N und hCGB in der Follikelflüssigkeit von stimulierten IVF-Patientinnen im Vergleich zu den Serumspiegeln. Da diese Proteinhormone in viel geringerem Ausmaß als in den klassischen Produktionsorganen gebildet werden, postulieren wir eine lokale Wirkung im Ovar über autokrine/parakrine Mechanismen, wobei die wesentlichsten Effekte über eine Regulation und Modulation der Gonadotropinwirkung bzw. deren Rezeptoren vermittelt sein dürften.
 
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