Krause und Pachernegg
Verlag für Medizin und Wirtschaft
Artikel   Bilder   Volltext

Mobile Version
A-  |   A  |   A+
Werbung
 
Fallbeschreibung
Wallner H  
Subclavian-steal-Syndrom

Zeitschrift für Gefäßmedizin 2005; 2 (4): 20-21

Volltext (PDF)    Fallbeschreibung    Abbildungen mit Filmsequenzen   

Abb. 0: OA Dr. med. Hubert Wallner, Leiter Angiographielabor, Innere Medizin, KH Schwarzach; A-5620 Schwarzach Abb. 1: Judkins-Katheter Abb. 2: Stenose - Arbeitsprojektion Abb. 3: Vordilatation Abb. 4: Stentposition Abb. 5: Postdilatation Abb. 6: Abschlußangiographie Zum letzten Bild
Film
Film
Film
Film
Film
Film



Keywords: AngiographieArteria subclavia dextraFallberichtKoronarangiographieperkutane transluminale AngioplastiePTAStentSuclavian-steal-Syndrom

Anamnese und Untersuchungsbefunde Der 71jährige männliche Patient wird mit der Einweisung Synkopen stationär im September 2005 aufgenommen. Der Patient berichtete über bisher dreimalige Synkopen mit Bewußtseinsverlust, wobei es zuletzt auch zu einer Verletzung mit einer Exkoriation links frontal gekommen war. Angegeben wurden auch Schwindelzustände, die sich insbesondere bei körperlicher Belastung manifestierten. Bei der unauffälligen klinischen Untersuchung wurde in der kraniozerebralen Computertomographie ein altersentsprechender intrakranieller Befund ohne Massenverlagerung oder Raumforderungszeichen mit Ausschluß einer Blutung festgestellt. Im beobachteten Zeitraum eines 24-Stunden-EKGs ergaben sich keine Hinweise auf eine rhythmogene Genese der Synkopen. Die Karotisduplexsonographie zeigte beidseits im Bifurkationsbereich deutliche arteriosklerotische Wandveränderungen ohne Hinweis für eine hämodynamisch wirksame Stenosierung. Die gut darzustellende rechte Vertebralarterie zeigte einen Pendelfluß, der sich bei Faustschlußprobe ausschließlich retrograd verstärkt, sodaß der Verdacht auf ein Subclaviansteal- Phänomen konstatiert wurde. Die sonographische Beurteilung der Arteria subclavia war nicht ausreichend möglich. In der ergänzend durchgeführten MR-Arteriographie der supraaortalen Äste fand sich eine hochgradige Stenose der rechten Arteria subclavia unmittelbar nach dem Abgang vom Truncus brachiocephalicus mit einem filiformen Restlumen. Die Länge der Stenose wurde mit einer Länge von 12 mm vermessen, mit poststenotischer Aufweitung des Gefäßlumens. Nach Aufklärung des Patienten über mögliche Risiken entschieden wir uns für eine endovaskuläre Therapie der Arteriasubclavia-Stenose mittels PTA und Stent. Film 1: Darstellung der linken Arteria subclavia mit normaler Weite und antegradem Fluß der Arteria vertebralis mittels Judkins-Katheter von transfemoral rechts. Film 2: Kontrastmittelinjektion in den Truncus brachiocephalicus mit Darstellung der hochgradigen 85 %igen Lumenreduktion der abgehenden Arteria subclavia rechts. Unauffällige Arteria carotis communis und sichtbares Auswaschphänomen der Arteria vertebralis. Film 3: Für die geplante Intervention Wechsel auf einen 8-FFührungskatheter (zerebral Modified™, Cordis) und Drahtpassage (Terumo Radifocus™, 260 cm, 0,035) und Prädilatation mittels Ballon (Optiplast™, XT 5 × 20 mm, Bard) Film 4: Freisetzung des selbstexpandierenden Stents (Luminexx 3™, 14 × 30/135 cm, Bard). Technisch war es notwendig, den Draht zurückzuziehen, um eine optimale Stentposition zu erreichen. Film 5: Postdilatation (Pheron™, Biotronik, 8 × 20 mm/135 cm). Film 6: Abschlußangiographie mit guter Stentplazierung bei uneingeschränkten Flußverhältnissen in der Arteria carotis communis und antegradem Fluß in der Arteria vertebralis. Zusammenfassung: Bei der ambulanten Kontrolle 4 Wochen nach PTA und Stenteingriff war der Patient beschwerdefrei und hatte auch bei körperlicher Anstrengung keine Symptome mehr. Stenosen der Arteria subclavia mit kompensatorischer Flußumkehr der Vertebralarterien kommen häufiger auf der linken Seite vor. Die Synkopenabklärung sollte somit auch die Möglichkeit eines Subclavian-steal-Syndroms umfassen. Operative Eingriffe an der Arteria subclavia zeichnen sich durch ein gesteigertes Risiko bei schwierigem Zugang aus.
 
copyright © 2003–2017 Krause & Pachernegg GmbH | Sitemap | Impressum
 
Werbung