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Kenemans P, Speroff L  
Tibolon: Klinische Empfehlungen und praktische Richtlinien

Journal für Menopause 2005; 12 (2) (Ausgabe für Schweiz): 10-15

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Keywords: BrustdichteKonsensusRichtlinieSexualitätTibolon

Ein internationales multidisziplinäres Gremium von Experten auf dem Gebiet der Behandlung menopausaler Beschwerden traf sich anläßlich des 4. Amsterdamer Menopause-Symposiums im Oktober 2004, um innerhalb des breiten Spektrums der derzeit verfügbaren postmenopausalen Therapieoptionen den speziellen Stellenwert von Tibolon, einem synthetischen Steroid mit einem spezifischen klinischen Profil, zu ermitteln. Das Gremium kam zu der übereinstimmenden Bewertung, daß Tibolon eine nützliche Therapieoption für Frauen mit klimakterischen Beschwerden ist. Tibolon bessert vasomotorische Symptome, wirkt sich positiv auf das sexuelle Wohlbefinden und die Stimmung aus und hat einen günstigen Einfluß auf die vaginale Atrophie und auf urogenitale Symptome. Die Prävention des Knochenverlusts unter der Therapie mit Tibolon ist derjenigen unter einer Estrogentherapie (ET) und Estrogen-Gestagen-Therapie (EPT) vergleichbar. Da Tibolon selten eine Endometriumproliferation verursacht, ist keine zusätzliche Gabe eines Gestagens erforderlich. Tibolon ist darüber hinaus gut verträglich, da es nur eine geringe Inzidenz von Vaginalblutungen und Brustschmerzen verursacht. Tibolon bewirkt keine Zunahme der mammographischen Dichte. Die absoluten Zahlen von Frauen mit erhöhtem Risiko für ein Mammakarzinom werden sowohl unter der Therapie mit Tibolon als auch unter einer ET als niedrig eingeschätzt bzw. ein solches Risiko ist mit Tibolon und ET nicht vorhanden, und das Risiko unter Tibolon sollte signifikant geringer sein als unter einer EPT. Möglicherweise ist daher Tibolon bei gewissen Frauen, bei denen keine Hysterektomie durchgeführt wurde, einer EPT vorzuziehen. Auf der Grundlage der vorliegenden Evidenz schlug das Gremium eine Reihe von Subgruppen von postmenopausalen Frauen mit vasomotorischen Symptomen vor, bei denen Tibolon einen zusätzlichen Nutzen haben könnte; hierzu gehören Frauen mit sexueller Dysfunktion, Verstimmungszuständen, Myofibromen und Beschwerden im Bereich des Urogenitaltrakts sowie Frauen mit Brustspannen oder einer hohen mammographischen Brustdichte bei Anwendung einer EPT.
 
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