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Hammer J et al.  
Chronische Pankreatitis und Pankreasinsuffizienz - Empfehlung zur Diagnosestellung und Therapie in der Praxis. Teil 1: Epidemiologie, Klinik und Diagnostik

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2006; 4 (1): 7-11

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Keywords: DiagnostikEmpfehlungGastroenterologieInsuffizienzPankreasPankreatitisTherapie

Die Diagnosestellung einer therapiebedürftigen "chronischen Pankreasinsuffizienz" beruht auf:
● zumindest einem typischen Symptom (Gewichtsverlust, Malnutrition, Bauchschmerzen/Meteorismus, Durchfall, fettiger Stuhl, Diabetes mellitus) in Verbindung mit
● sonographischen oder radiologischen Hinweisen auf eine chronische Pankreatitis (z. B. Verkalkungen, Gangdilatation, Pseudozyste), oder
● Nachweis einer erniedrigten Konzentration von Chymotrypsin oder Elastase im Stuhl. Für die Diagnose von Komplikationen und die Differentialdiagnose (z. B. Karzinom) kann eine ERCP, Endosonographie, CT oder Magnetresonanzuntersuchung (MRCP) notwendig werden. Bei Verdacht auf Vorliegen eines Karzinoms in einer dieser Methoden kann eine Tumormarkerbestimmung (CA 19-9, CEA) hilfreich sein.
Alternativer Diagnoseweg
Bei klinischem Verdacht auf Vorliegen einer exokrinen Pankreasinsuffizienz, die mit den oben angeführten Kriterien nicht diagnostiziert werden kann, soll eine Diagnose ex juvantibus einer "chronischen Pankreasinsuffizienz" wie folgt angestrebt werden:
● zumindest zwei typische Symptome (Gewichtsverlust, Malnutrition, Bauchschmerzen/Meteorismus, Durchfall, fettiger Stuhl, Diabetes mellitus) in Verbindung mit
● einem anamnestischen Hinweis auf Zustand nach einer akuten Pankreatitis oder nach einem endoskopischinterventionellen oder einem operativem Eingriff am Pankreas oder an den Gallenwegen oder Gallensteinerkrankung oder regelmäßigem hohem Alkoholkonsum, oder Hypertriglyzeridämie oder Hyperkalzämie)
Dazu erfolgt eine Probetherapie:
● 8 Wochen lang Tagesdosis von 100.000 Einheiten Lipase, aufgeteilt je nach Größe der Mahlzeiten, und
● Symptomkontrolle nach 8 Wochen (z. B. Besserung der subjektiven Symptome, Gewichtszunahme, Abnahme des Durchfalls, Besserung des Ernährungszustandes). Die Zielparameter der Therapie der chronischen Pankreatitis und der Pankreasinsuffizienz sind neben der so weit als möglichen Beseitigung kausaler Faktoren (Gallenwegserkrankung, Alkoholabusus) die Wiederherstellung oder der Erhalt eines normalen Ernährungszustandes und die weitestgehende Reduktion der subjektiv als unangenehm empfundenen Symptome.
Aufgrund des erhöhten Karzinomrisikos bei chronischer Pankreatitis ist eine jährliche Ultraschalluntersuchung des Pankreas, oder bei eingeschränkter Schallqualität, eine Computertomographie mit enger Schnittführung ("Pankreasprotokoll") empfehlenswert.
 
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