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Stadlbauer V et al.  
Lebertransplantation bei hepatozellulärem Karzinom

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 2006; 4 (1): 15-18

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Abb. 1: Barcelona-Entscheidungsbaum Abb. 2: Lebertransplantation - Graz



Keywords: HCCHepatologieHepatozelluläres KarzinomLebertransplantationOnkologieStudie

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist einer der häufigsten malignen Tumoren. Neben der chirurgischen Resektion stellt die Lebertransplantation eine effektive und möglicherweise kurative Therapiestrategie bei kleinen Tumoren dar. Zwischen August 1998 und Juni 2005 wurden in Graz 19 Patienten wegen eines HCCs lebertransplantiert. Die Patientenauswahl erfolgte nach den Milano-Kriterien. Alle Patienten, bei denen das HCC bekannt war, wurden in der Wartezeit mittels Chemoembolisation und Radiofrequenzablation behandelt. Die Transplantation erfolgte mittels modifizierter Piggy-back-Technik. Nach der Transplantation wurde die Immunsuppression entsprechend der Grunderkrankung adaptiert (frühes Ausschleichen von Kortison und möglichst niedrige Dosis der Langzeitimmunsuppression). Dreizehn der 19 Patienten sind zur Zeit am Leben, 4 verstarben an einem Tumorrezidiv, 2 verstarben aufgrund anderer Ursachen. Bei insgesamt 7 Patienten wurde ein Tumorrezidiv festgestellt, alle zeigten histologische Gefäßeinbrüche. In 13 der 17 Patienten wurden die Milano-Kriterien anhand der Bildgebung erfüllt, bei 2 Patienten wurde der Tumor erst nach der Transplantation entdeckt. In der retrospektiven Analyse der explantierten Leber erfüllten allerdings nur noch 8 der 17 Patienten die Milano-Kriterien. Von den 9 Patienten, die zum Zeitpunkt der Transplantation die Milano-Kriterien nicht erfüllten, erlitten 7 ein Tumorrezidiv. Die 1- und 2- Jahres-Überlebensrate nach Lebertransplantation wegen eines HCCs in Graz betrug 86 % bzw. 75%. Die Lebertransplantation ist eine effektive und möglicherweise kurative Therapie des HCCs in speziellen Patientengruppen. Die korrekte Bestimmung von Tumoranzahl und -größe mittels bildgebender Verfahren kann schwierig sein. Eine maßgeschneiderte Immunsuppression könnte das Risiko eines Tumorrezidivs möglicherweise minimieren.
 
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