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Richter S et al.  
Spontanes Liquorunterdrucksyndrom - Übersicht und Fallpräsentation anhand von fünf Patienten

Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 2006; 7 (1): 7-10

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Abb. 1: Spontanes Liquorunterdrucksyndrom



Keywords: FallberichtNeurologieSLUDSspontanes Liquorunterdrucksyndrom

Das spontane Liquorunterdrucksyndrom (SLUDS) wurde erstmals 1938 beschrieben: Leitsymptom ist ein lageabhängiger, orthostatischer Kopfschmerz, der durch aufrechte Position provoziert wird. Ursächlich besteht ein vermindertes Liquorvolumen mit absolut oder relativ vermindertem Liquordruck, bei vorwiegend zervikalen oder zervikothorakalen Liquorleckagen. Diagnostisch stehen MRT mit Gadoliniumgabe und die Liquorszintigraphie zur Verfügung. Die Therapie der Wahl ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Koffein, eventuell ein Eigenblut-Patch. Fibrinkleber oder eine Operation sind selten indiziert. Die Prognose ist insgesamt gut. In den Jahren 2000 bis 2004 wurden an unserer Abteilung fünf Fälle diagnostiziert: alle zeigten den typischen orthostatischen Kopfschmerz, weitere Symptome waren in einem Fall Tinnitus und Vertigosymptomatik, in zwei Fällen meningeale Reizsymptome. Im Rahmen der diagnostischen Abklärung zeigte sich in der MRT mit Gadolinium in allen Fällen ein meningeales Kontrastmittel-Enhancement sowie teils ein verbreiterter epiduraler Raum mit kräftigen epiduralen Venen im kranio-zervikalen Übergangsbereich. Bei drei Patienten konnte ein zervikales Liquorleck dargestellt werden. Bei einem Patienten wurde auch eine Liquorszintigraphie durchgeführt, wobei eine rasche Aktivitätsausscheidung aus dem Liquorraum dargestellt wurde sowie eine pathologische Anreicherung subokzipital. Die Beschwerden besserten sich bei drei der Patienten unter konservativer Therapie; zwei Patienten erhielten einen Eigenblut-Patch, was in einem Fall zur Beschwerdefreiheit, im anderen zu teilweisem Erfolg führte. Unsere Patienten zeigten gute Übereinstimmung mit den bisher in der Literatur beschriebenen Fällen, insbesondere hinsichtlich der klinischen Symptomatik und der MRT-Befunde. Insgesamt stellt das SLUDS eine relativ seltene Ursache von Kopfschmerzen dar, die bei typischer Klinik in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden sollte.
 
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